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Wo die Landarztquote kommt ...

Wo die Landarztquote kommt ...

In diesen Ländern steht sie uns (voraussichtlich) bald ins Haus

Seit der Veröffentlichung des „Masterplan Medizinstudium 2020“ ist klar, dass die Landarztquote kommen wird – nicht verpflichtend, aber optional. Wo sie uns voraussichtlich bald ins Haus steht, zeigt unsere kleine Übersicht.

Klar ist bereits jetzt, dass der Freistaat Bayern als eines der ersten Länder die Einführung der Quote bereits fest eingeplant hat. Wer in Bayern Landarzt werden möchte, soll leichter einen Studienplatz bekommen. Bis zu fünf Prozent aller Medizinstudienplätze sollen für Studierende vorgehalten werden, die sich verpflichten, später als Hausarzt in Regionen zu arbeiten, die bereits unterversorgt sind oder von Unterversorgung bedroht sind.

Auch in Nordrhein-Westfalen stehen die Zeichen für eine Landarztquote auf „Go“. Die neue Regierung aus CDU und FDP möchte laut Koalitionsvereinbarung nicht nur die Zahl der Fachärzte in der Allgemeinmedizin erhöhen und den Aufbau einer Medizinischen Fakultät in Bielefeld fördern, sondern auch eine Landarztquote einführen. Zehn Prozent der Medizinstudienplätze sollen an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, später in der Region als Hausarzt tätig zu sein.

Auch die „frisch gekürte Jamaika-Koalition“ in Schleswig-Holstein (CDU, FDP, Grüne) ist mit im Boot. Laut Koalitionsvertrag ist eine Landarztquote geplant. Wie in Nordrhein-Westfalen sollen ebenfalls zehn Prozent der Studienplätze Studierenden vorbehalten sein, die nach ihrem Medizinstudium in unterversorgten Regionen in Schleswig-Holstein arbeiten möchten. Geplant ist außerdem die Einführung eines Landesstipendiums zu einem ähnlichen Zweck.

Niedersachsen prüft derzeit noch, ob eine Landarztquote eingeführt werden kann. Die Landesregierung plant eine Quote von zehn Prozent. Weitere Details sind hier bisher nicht bekannt.

Auch in Baden-Württemberg, Sachsen und im Saarland könnte es zur Einführung einer Landarztquote kommen: Der Bundesparteitag der CDU beschloss auf Betreiben der CDU-Landesverbände der beiden Freistaaten im Herbst 2016 die Aufnahme der Landarztquote in das CDU-Wahlprogramm. Im Saarland sollen bereits Pläne existieren, zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Zulassungskriterien für das Medizinstudium zu ändern und eine Landarztquote einzuführen.

Der Ausschuss Medizinstudierende im Hartmannbund hat sich klar gegen die Einführung einer solchen Landarztquote stark gemacht. „Es wäre ein fatales Signal, wenn gegen das eindeutige Votum der Medizinstudierenden mit Zwangsmaßnahmen oder dem verfrühten Festlegen von Studienbewerbern auf eine Jahre spätere Tätigkeit auf dem Land Versorgungsprobleme gelöst werden sollen“, sagte Moritz Völker, der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, in Statements gegenüber den Medien. Zumindest haben die Medizinstudierenden und der Hartmannbund mit ihren Protesten, Gesprächen und Aktionen verhindert, dass die Landarztquote verpflichtend in die Approbationsordnung kommt. Es steht somit jedem Bundesland frei, solche Quoten einzuführen. Dass die Wahl dieser Option zu einem rechtzeitigen Erfolg führt, darf bezweifelt werden: Die ersten bayerischen Bewerber könnten den aktuellen Plänen zufolge und nach derzeitigem Stand der Approbationsordnung und der Weiterbildungsordnung frühestens im Jahr 2031 einen Hausarztsitz übernehmen.

Wir reden mit …

… beim Medizinstudium der Zukunft! Am "Masterplan Medizinstudium 2020" der Bundesregierung arbeiten wir aktiv mit. Dabei haben all jene, die sich dazu in unserer Umfrage geäußert haben, einen wesentlichen Anteil.

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