Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes
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Seit 1967 verleiht der Hartmannbund auf der Hauptversammlung einen Preis für Filme und Fernsehsendungen, die aktuelle Probleme von Patienten und Ärzten überzeugend darstellen. Statut des Film- und Fernsehpreises Richtlinien des Film- und Fernsehpreises 2011 Bewerbungsbogen (für die Filmemacher/Redaktionen)
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| Chronologie der Preisträger: | |
| 2011 |
Reportage Immer mit Herzblut: Ärzte – niemals Feierabend aus der Reihe "37 Grad", eine Gemeinschaftsproduktion von Spiegel TV und ZDF Begründung der Jury Hinter dem beziehungsreichen Titel verbirgt sich mehr als das Klischee vom engagierten und nimmermüden Menschenfreund. Der Autor Robert Wortmann schafft es, brennende politische Fragen der medizinischen Versorgung anhand zweier typischer Protagonisten unaufgeregt realistisch aufzuzeigen: Die blutjunge Herzchirurgin ist ebenso engagiert wie der Allgemeinmediziner im Rentenalter, fühlt sich aber in der Klinik, die ihr eine Familienplanung wohl nicht ermöglichen wird, genauso brutal ausgebeutet wie der Landarzt, der nicht aufhören darf, weil die Politik den Schwächen des Gesundheitssystems nichts entgegensetzt. Zukunftsplanung und Planungssicherheit sind sowohl beruflich als auch privat nicht mehr möglich. Der Sohn des Allgemeinarztes, der eigentlich die Praxis des Vaters hätte übernehmen können, versagt sich. Und die unglaublich hohen Ansprüche an eine Herzchirurgin mit Herzblut sind angesichts ihres Arbeitsalltags und ihrer Aussichten überhaupt kein Lockmittel, den nach wie vor hoch angesehenen Beruf des Arztes zu ergreifen. Dazu schafft eine Regelungswut des Gesetzgebers dem überlasteten Allgemeinmediziner immer mehr zusätzliche Arbeit am Schreibtisch. In klar voneinander getrennten Handlungssträngen lotst der Film den Zuschauer durch die medizinische Praxis zweier sehr unterschiedlicher Fachgebiete. In einprägsamer Bildsprache und pointierten Situationen wird packend erzählt, was die Demografie erwarten lässt. Es werden Fragen an die Politik gestellt, die genauso eine ethische Verantwortung für die Versorgungssicherheit der Patienten trägt. Ein starkes Stück in der 37-Grad-Reihe. |
| 2010 |
Reportage Schaltet mich ab! Patientenverfügung im Ärztealltag, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks Begründung der Jury Die Autorin hat ein sehr sprödes Thema einem Praxistest im Klinikalltag unterzogen: die Patientenverfügung, wie sie seit Herbst 2009 rechtsgültig ist. Dabei greift sie schon in den ersten Minuten die entscheidenden Fragen pointiert auf, sodass kein Zweifel an der Stringenz der Reportage aufkommt und die Neugier auf jede weitere Minute geweckt ist. Die behutsame Vorgehensweise, todkranken Patienten mit der Kamera zu Leibe zu rücken, verdient besondere Erwähnung. Einer Journalistin diese Einblicke zu gestatten, zeugt von hohem Vertrauen. In allen gezeigten Stresssituationen der Ärzte, Schwestern und Pfleger kommt zum Ausdruck, wie ernsthaft das Marienhospital in Köln um einen verantwortlichen Umgang mit dem Todeswunsch seiner Patienten ringt. Persönliche Konflikte und Selbstzweifel der Ärzte zeigen dem Zuschauer indessen, wie wenig ein Patiententestament in der Praxis taugt, zumal, wenn es nicht fachgerecht abgefasst ist. Die hier beobachteten Ärzte und Krankenhausmitarbeiter zeigen sich an schnellen Lösungen gar nicht interessiert. Ein krankenhauseigenes Ethikkonsil sucht nach rechtskonformen, aber menschlichen Lösungen und begleitet die Mitarbeiter bei der Frage nach dem Wie, wenn es ums Abschiednehmen geht, bei jedem Patienten neu. So verlaufen auch in der Reportage alle drei gezeigten Fälle unterschiedlich. Am Ende stellt die Autorin treffend fest, dass sich jeder Arzt dem Patientenwillen nur annähern, ihn aber nie erfüllen könne. Eine große Empfehlung für alle, die es angeht. |
| 2009 |
Spielfilm aus der Reihe "Tatort": Der glückliche Tod, eine Produktion des Südwestrundfunks Begründung der Jury Sterbehilfe ist ein aktuelles und schwieriges Thema – für die Medizin wie für die Gesellschaft. Sterbehilfe bei Kindern ist bislang ein Tabu. Ohne die Objektivität zu verlieren und in Klischees abzudriften, ist es in dem "Tatort" gelungen, das komplexe Thema überzeugend und differenziert in einer packenden Krimihandlung umzusetzen. Der Zuschauer bleibt nachdenklich zurück. Es wird deutlich, dass in der Zulassung gewerblicher Sterbehilfe – schon wegen des kriminellen Missbrauchspotenzials – kaum die Lösung liegen kann. Dennoch ist es dem Autor gelungen, für keine der Positionen Partei zu ergreifen. Die gegensätzlichen Einstellungen zur Sterbehilfe werden durch die handelnden Personen vertreten: das Ermittler-Duo, Vertreter einer Sterbhilfe-Organisation, die Eltern eines todkranken Mädchens, das todkranke Mädchen selbst. Diese Rollen geben den exzellenten Schauspielern – allen voran Susanne Lothar als Mutter – die Möglichkeit, ihr Können voll zu entfalten. Zurück aber bleibt vor allem die Erinnerung an die wahrhaftige Auseinandersetzung der Kinder mit dem Tod. Dies zeigt, dass die Diskussion um Sterben und Tod in allen Bereichen des Lebens geführt werden muss. |
| 2008 |
Sendung Was ist los mit dem Zappelphilipp?, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks aus der Reihe "Quarks & Co" Begründung der Jury „Was ist los mit dem Zappelphilipp?“ – Die Beiträge über Kinder mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), dem so genannten „Zappelphilipp-Syndrom“, in der Reihe „Quarks & Co“ fügen sich zu einer gut komponierten Informationssendung. Die straffe Gliederung, die dem Zuschauer gleich zu Beginn die Komplexität des Krankheitsbildes nahebringt, macht neugierig. Dabei finden alle Beteiligten Berücksichtigung: Eltern und Kinder beschreibend, die pharmazeutische Industrie durch einleuchtend dargestellte Interessen an dem Krankheitsbild, aber auch die Herausforderung an Ärzte, Psychologen und Pädagogen. Anhand dessen wird deutlich: Ein unumstrittenes Rezept hat keiner. Selbst die Ursachenforschung steht noch am Anfang. Die Moderation verbindet die Blöcke erklärend, aber nicht wertend. Sowohl der Informations- als auch der Unterhaltungswert bleiben bis zum Ende auf hohem Niveau. Die Jury zeichnet besonders die Teamleistung von „Quarks & Co“ für die gelungene Umsetzung eines Themas aus, das immer noch von vielen Vorurteilen belegt ist. |
| 2007 |
Dokumentation Schwester Tod – Mord auf der Intensivstation, eine Produktion des Rundfunk Berlin-Brandenburg Begründung der Jury Im Mittelpunkt der Reportage „Schwester Tod – Mord auf der Intensivstation“ von Norbert Siegmund steht das Interview mit der Mörderin Irene B. im Frauengefängnis Berlin-Pankow. Der Autor bringt sie behutsam zum Sprechen, lässt ihr Zeit, ihre Gefühle und Beweggründe zu schildern, und nutzt diese Informationen, um den Klinikalltag auf der kardiologischen Intensivstation der Charité zu beleuchten. Mit spürbarer Distanz und Objektivität dokumentiert er die Mordfälle an den Patienten von 2005/2006 und schildert die Umstände, wie es dazu kommen konnte, dass Kollegen von Irene B. ihren Verdacht nicht meldeten. Die Reportage gewährt Einblicke in den hochtechnisierten Medizinbetrieb mit all seinen ökonomischen Zwängen und mangelhaften Kommunikationsstrukturen. Norbert Siegmund überlässt dem Zuschauer die Bewertung der Vorgänge, unterstützt durch die Einordnung eines Psychiaters, der mit Fällen der aktiven Sterbehilfe im Krankenhaus vertraut ist. Auch diese Einblendungen wirken zu keiner Zeit belehrend, sondern dienen primär der Orientierungshilfe bei diesem hochsensiblen Thema. Obwohl der Titel fast reißerisch klingt – „Schwester Tod“ – werden die beteiligten Personen und Institutionen nicht vorgeführt. Die Vielschichtigkeit der Reportage regt den Zuschauer vielmehr zum Nachdenken an. |
| 2006 |
Doku-Serie Anfänger in Weiß, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks Begründung der Jury Es war die besondere Originalität der Idee, die die Jury zu ihrer Entscheidung bewogen hat. Die 12-teilige Dokumentation von Heiko Schäfer über junge Assistenzärzte im Elisabeth-Krankenhaus in Essen zeigt die menschliche Seite des Arztberufes, wie schwer und wie schön es ist, Arzt zu werden. Die Zuschauer begleiten sechs Jungmediziner durch ihren Arbeitsalltag und erleben die Unsicherheiten, Ängste und Erfolgserlebnisse der Anfänger in Weiß. Die Serie gewinnt dadurch eine hohe Authentizität. Das Verdienst des Autors liegt dabei besonders in der Motivation der Laiendarsteller, sie wirken alle unbefangen. Das sind nicht nur die Ärzte, es sind auch die Patienten und das Klinikpersonal. Bemerkenswert war die Bereitschaft der Klinikleitung, Einblick in den stressigen Alltag zu gewähren. Die Kameraführung wird nicht zuletzt deshalb extra gewürdigt, weil lebendige – nicht gestellte Situationen – quasi unwiederholbar, eingefangen wurden. |
| 2005 |
Es wurde kein Film- und Fernsehpreis verliehen |
| 2004 |
Dokumentation Sepsis – Killer im Blut, eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks |
| 2003 |
Film Das Herz ist rot, eine Produktion des Hessischen Rundfunks |
| 2002 |
Vera Schmidberger für den Film Doktor verzweifelt gesucht – Ärztemangel in Deutschland |
| 2001 |
Liz Wieskerstrauch für den Film Die Seele brennt – Annäherung an eine multiple Persönlichkeit |
| 2000 | Thomas Hallet und Michael Kumpfmüller für den Film Kalte Herzen aus der Reihe "Menschen hautnah" |
| 1999 |
Es wurde kein Film- und Fernsehpreis verliehen |
| 1998 |
Mirko Tomic als Autor des Films Den Tod im Blut |
| 1997 |
Armin Maiwald für seinen Film Die Geschichte von Katharina |
| 1996 | Herbert Biber als Autor und Regisseur für seinen Film Carité – Im Namen der Barmherzigkeit |
| 1995 |
Marianne Riedel als Autorin des Films Geschenkte Zeit – Leben mit der fremden Niere |
| 1994 | Felix Kuballa für seinen Beitrag Deutschlandbilder – Friederike S., 28, Diagnose: Multiple Sklerose |
| 1993 | Bodo Witzke für seine Reportage Unter Mördern, Priestern und Vergessenen – Über deutsche Ärzte in Kolumbien |
| 1992 |
Brigitte Weismann und Bernhard Töpper für ihren Film Wie würden Sie entscheiden? – Akute Lebensgefahr |
| 1991 | Gero von Boehm als Autor des Films Leben um jeden Preis – Ärzte gegen den Baby-Tod |
| 1990 | Dr. Wolfgang Mühlbauer als Autor und Regisseur des Films Unsichtbare Mauern |
| 1989 | Es wurde kein Film- und Fernsehpreis verliehen |
| 1988 | Thomas Greulich für seinen Film Die letzten Tabus: Hämorriden gesendet im "Gesundheitsmagazin Praxis" |
| 1987 | Dr. med. Gernot Eigler für Buch, Regie und Musik des Films Aranka |
| 1986 | Manfred Teuber und Bernd Wiegmann als Autoren und Regisseure des Films Eine Klinik im Schwarzwald aus der Reihe "Die Reportage" |
| 1985 |
Constantin Pauli als Regisseur und Autor des Films Die Arche im Pott |
| 1984 | Gudrun Mainka als Autorin des Films Multiple Sklerose |
| 1983 | Es wurde kein Film- und Fernsehpreis verliehen |
| 1982 | Dr. Paul Kersten als Regisseur und Autor des Films Die Traurigkeit, die töten kann – Haben Depressionen Heilchancen? |
| 1981 |
Gerd Böckmann als Hauptdarsteller des Films Von einem Tag zum anderen |
| 1980 |
Gretl Brand als Autorin und Regisseurin des Films Schauplatz: Sprechstunde, Beobachtungen in einer Arztpraxis |
| 1979 | Thomas Schamoni als Regisseur des Films Platzangst aus der Reihe "Notsignale" |
| 1978 |
Eberhard Pieper als Autor und Regisseur Kleine bunte Freudenspender |
| 1977 | Gero von Boehm für seine Fernsehdokumentation Anarchie im Körper - Zum Stand der Krebsbekämpfung |
| 1976 | Daniel Christoff für sein Fernsehspiel Der Tod vor dem Sterben |
| 1975 | Heinar Kipphardt für sein Fernsehspiel Das Leben des schizophrenen Dichters Alexander März |
| 1974 | Wilma Kottusch für ihren Bericht Sterbehilfe – Mord oder Möglichkeit |
| 1973 | Kurt W. Krebs für seinen Beitrag Von langen und kleinen Menschen |
| 1972 |
Sigrid Schenkenberg für ihren Film Ich hatte einen Herzinfarkt im Gesundheitsmagazin "Praxis" |
| 1971 | Hans Mohl für seinen Beitrag Anruf bei Nacht im "Gesundheitsmagazin Praxis" |
| 1970 | Es wurde kein Film- und Fernsehpreis verliehen |
| 1969 | Lothar Seehaus für seinen Bericht Ärzte in drei Ländern |
| 1968 | Norbert Mai für die Studie XYZ – Der Arzt in Dichtung und Wahrheit |
| 1967 |
Horst Pillau als Autor des Films Der Doktor |

