Presse Niedersachsen
Janzen: Unnötige Pflichtanteile und Verschulung des Medizinstudiums stoppen
Die von Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen in Niedersachsen wurden heute in Hannover vom Vorsitzenden des Ausschusses „Medizinstudierende im Hartmannbund“, Constantin Janzen, als durchaus lobens- und lohnenswerte Handlungsansätze bei der zukünftigen Gestaltung der akademischen Lehre begrüßt. Diese sehen neben einer Reduzierung der Prüfungs- und Studienleistungen unter anderem vor, einen deutlichen Schwerpunkt auf die Berücksichtigung studentischer Belange zu legen.
Janzen, selbst Studierender der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), erwartet nun, dass die Empfehlungen der Arbeitsgruppe für Bachelor- und Masterfächer auf alle Studiengänge ausgeweitet werden. „Überfrachtete Curricula, überbordende Lernkontrollen und unnötige Anwesenheitspflichten sind nicht nur ein Phänomen von Bachelor- und Masterstudiengängen, sondern betreffen ebenso die traditionellen akademischen Lehrausbildungen – insbesondere das Medizinstudium“, so Janzen. Statt im Hinblick auf die Verantwortung des Arztberufes die Eigenverantwortung für das eigene Handeln sowie die Wahlmöglichkeiten im Medizinstudium zur freien Entfaltung der individuellen Fähigkeiten und Interessen zu erhöhen, werden immer neue Vorschläge für eine vollständige Verschulung des Medizinstudiums gemacht - wie zuletzt vom niedersächsischen Sozialministerium mit der Einrichtung eines Pflichttertials Allgemeinmedizin. Derartige Ansätze sind, wie von der Arbeitsgruppe aufgezeigt, kontraproduktiv und tragen nicht zur Attraktivitätssteigerung des Berufsbildes bei. „Verbesserte Rahmenbedingen in der Aus- und Weiterbildung sind der Schlüssel zur Gewinnung des ärztlichen Nachwuchses für die wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung“, sagte Janzen.

