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Presse Bayern

31.03.2010

Kleinräumige Bedarfsplanung verbessert nichts!

Mit deutlicher Kritik reagiert der bayerische Hartmannbund auf den Unionsvorschlag, die Bedarfsplanung künftig kleinräumiger zu organisieren.
„Mit einer kleinräumigen Bedarfsplanung wird keine der Ursachen für die zunehmende Flucht niedergelassener Ärztinnen und Ärzte aus sozial schwachen oder ländlichen Regionen angegangen“, so Dr. Philipp Ascher, stellvertretender Vorsitzender des Hartmannbundes in Bayern.
Sozial schwache Regionen sind für die Praxen riskant, weil das Honorar für die reguläre Patientenversorgung außerhalb von Sonderprogrammen wie Vorsorgen oder DMP seit Jahren rückläufig ist. Gleichzeitig ist in sozial schwachen Regionen die Morbidität und Bedürftigkeit der Menschen höher und damit die Gefahr eines Regresses für Verordnungen größer. Ländliche Regionen sind zudem wegen langen Arbeitszeiten und häufigen Diensten unattraktiv. Gerade für junge Ärztinnen ist es ausgesprochen schwierig, ihre Familien samt Kinderbetreuung und Arbeitsplatz für den Ehemann auf dem Land anzusiedeln, um dort eine der zahlreichen großen Versorgerpraxen fortführen zu können. „Die Führung einer Praxis in den genannten Gebieten muss für die nächste Generation von Ärztinnen und Ärzten wieder attraktiv werden“, so Ascher, „dann werden die Praxen auch Nachfolger finden . Ansonsten ist der aktuelle Konzentrationsprozess der Praxen ohne jede Alternative. Jeder Versuch einer Zwangsansiedlung von Ärztinnen und Ärzten auf dem Land ist zum Scheitern verurteilt.“
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