Presse Sachsen
Lipp: Das ist Tabubruch aus niederen Beweggründen
Der Vorsitzende des Hartmannbundes in Sachsen, Dr. Thomas Lipp, hat den von Gunther von Hagens initiierten Verkauf von plastinierten Leichenteilen im Internet scharf kritisiert. "Das ist ethisch abgründig und nichts anderes als ein kühl kalkulierter Tabubruch aus niederen Beweggründen", sagte Lipp. Hier gehe es längst nicht mehr - wie anfangs vorgegaukelt - um Wissenschaft oder die Faszination der Einsicht in den menschlichen Körper, sondern ausschließlich um eine ganz besonderes perfide Form von Kommerz. Hagens mache ohne jeglichen ethischen Skrupel den Menschen zur Handelsware.
Lipp: "Wir reden zu Recht über würdevolles Altern und würdevolles Sterben. Für mich endet die Würde des Menschen auch nicht mit seinem Tod." Dem von Gunther von Hagens bewusst in Kauf genommenen moralischen Dammbruch müsse in diesem Sinne Einhalt geboten werden. Sei dies rechtlich nicht möglich, so könne nur an vermeintliche Konsumenten appelliert werden, dieser systematischen Aushöhlung ethischer Grenzen keinen Vorschub zu leisten, so Lipp.

