Presse Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Armbrust: Aktuelle Diskussion um Kliniken ist Augenwischerei
Als "populistisches Getrommel zum Jahreswechsel" bezeichnete der stellvertretende Vorsitzende des Hartmannbundes Mecklenburg-Vorpommern (MV), Dr. Sven Armbrust, die Pläne des CDU-Abgeordneten Jens Spahn, nur noch Zwei-Bett-Zimmer in Kliniken anzubieten. "Anstatt die Probleme im Gesundheitswesen ernsthaft anzugehen, werde dem Wähler wieder nur ein 'Zuckerl' angeboten", kommentierte der Leitende Oberarzt aus Greifswald.
Den Kliniken stehen 2011 erneute harte Zeiten bevor: die Zuweisungen wurden gekürzt, die Länder kommen ihren Zahlungsverpflichtungen kaum nach. Über 5.500 offene Arztstellen, fehlende Pflegestellen und eine zunehmende Leistungsverdichtung mit massiv steigendem Arbeitsdruck lassen kaum noch eine qualitativ perfekte Arbeit bei gleichzeitig ausgeglichener Bilanz zu. "Anstatt zu investieren, um optimale Bedingungen zu schaffen, damit unsere hohe Behandlungsqualität nach modernsten Maßgaben aufrecht erhalten werden kann, soll nun per Gesetz das 'Krankenhotel' auf Kassenschein festgezurrt werden, während es überall in der Versorgung an Mitteln fehlt", kritisiert Dr. Armbrust den Vorschlag.
Auch der angebliche Betrug der Kliniken von einer Milliarde Euro könne nicht unkommentiert bleiben: "Regelmäßig zum Jahresende steigt die Kontrollfrequenz des Medizinischen Dienstes der Kassen massiv an", erläutert DM Bernd Helmecke, Chefarzt und 1. Vorsitzender des Hartmanbundes in MV. "Hierbei werde zum Teil fast jede Entlassungsdiagnose angezweifelt und Belegungstage radikal gekürzt, um möglichst wenig Geld an die Kliniken überweisen zu müssen".
"Diese 'eingesparte Summe' als Betrug umzudeuten, kann man nur als unlautere Aussage bezeichnen", bemerkt Dr. Armbrust hierzu ergänzend und stellt abschließend fest: "Auch zu Beginn des neuen Jahres fehlt der Gesundheitspolitik der Mut, wirklich einschneidende Reformen zum Wohle unserer Patienten in Angriff zu nehmen".

