Presse Rheinland-Pfalz
Medizinischer Nachwuchs ist im Hartmannbund gut vertreten
Aktuelle berufs- und gesundheitspolitische Themen standen im Fokus der Landesdelegiertenversammlung des Hartmannbundes Rheinland-Pfalz am 7. Mai in Mainz. Unter den Gästen konnte Landesvorsitzender Karl Baum u.a. den HB-Bundesvorsitzenden Hon. Prof. Dr. Kuno Winn begrüßen. Mit der Hildegardis-Treue-Medaille wurde Dr. Radu Florin Nicolescu (Mainz) an diesem Tag ausgezeichnet.
Landesvorsitzender Baum blickte auf erfolgreiche Arbeit
Auf vielfältige Aktivitäten des Landesverbandes mit Veranstaltungen, Diskussionsrunden, Mailaktionen u.a. konnte Vorsitzender Karl Baum in seinem Bericht verweisen. Als besonders erfreulich, hob er die intensive Arbeit mit Studierenden hervor, die vom Vorstand unterstützt und von Geschäftsstellen-leiterin Elke Hobel hervorragend begleitet werde. Von den ca. 2.000 Mitgliedern gehöre etwa ein Viertel dem medizinischen Nachwuchs an.
Eine ‚sehr ungute Entwicklung‘ zeigte der Landesgruppen-Vorsitzende im Bereich der hausärztlichen Notfallversorgung auf: „Die Notfallbezirke in der Pfalz, Rheinhessen und im nördlichen Rheinland-Pfalz werden derart aufgebläht, dass von den Diensthabenden riesige Strecken zu fahren sind. Die Notdiensteinrichtungen mit Sitz- und Fahrdienst verursachen außerdem beträchtliche Kosten, die von der Ärzten finanziert werden müssen.“, kritisierte Baum. Grundsätzlich müsse es das gemeinsame Ziel im Gesundheitswesen sein, den Arztberuf wieder attraktiver zu machen. Denn mit großer Sorge sei zu beobachten, dass nur ein relativ geringer Teil der Studienabsolventen in die medizinische Praxis gehe, in eine ländliche Hausarztpraxis wolle kaum noch jemand.
Primärversorgung sichert Effizienz ärztlichen Handelns
Die Bedeutung der Land- und Hausarztpraxen unterstrich auch Dr. Stefan Sachtleben in seiner Festrede zum Thema „Warum die ambulante ärztliche Versorgung gegliedert sein muss“. Das Vorstandsmitglied des Hausärzteverbandes RLP verdeutlichte anhand verschiedener statistischer Beispiele die Rolle der Primär- und Sekundärversorgung: Von 1.000 Menschen, so der Referent, suchen im Durchschnitt ca. 230 Patienten den Hausarzt auf. Dem Allgemeinmediziner komme hier die Aufgabe zu, die ernsthaft erkrankten Patienten herauszufiltern und diese einer weiteren Therapie zuzuführen. Dabei zeige sich, je größer die Erfahrung des Arztes, desto größer die Sensitivität.
Dr. Sachtleben merkte kritisch an, dass Labortests und/oder Gerätemedizin mit diagnostischen Ungenauigkeiten behaftet seien, die dazu beitrügen, die Anzahl der „gesunden Dauer-Patienten“ im System zu halten. Grundsätzlich sei eine gut funktionierende Primärversorgung von großer Bedeutung, damit Spezialärzte und Kliniken in der Sekundärversorgung effizient arbeiten könnten (Vortrag als PDF-Dokument).
Die Zukunft des Verbandes liegt in seiner Geschlossenheit
In seinem Grußwort führte der HB-Bundesvorsitzende Kuno Winn aus, dass es eine Reihe gesundheitspolitischer Themen wie die neue GOÄ, die Kostenerstattung, der Ärztemangel oder das neue Versorgungs-gesetz gebe, an denen der Hartmannbund eng dran sei und auch gehört werde. „Wir müssen uns geschlossen hinter unsere Forderungen stellen. Darin liegt die Zukunft unseres Berufsverbandes“, so Winn.
Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz , sprach sich in seinem Grußwort für die Kostenerstattung aus: „Der einzige legitime Kontrolleur ist der Patient. Mit der Kostener-stattung könnte das Problem des überblähten Kontrollsystems gelöst werden.“
Dass man auch in der neuen Koalition der rheinland-pfälzischen Landesregierung ein ‚offenes Ohr‘ für die Belange der Ärzte habe, sicherte Herr Peter Wilhelm Dröscher MdL, SPD den HB-Landesdelegierten zu.

