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"Ärztliche Versorgungsfragen verlangen mehr als politstrategische Stereotypien"
Der Ärzteverband Hartmannbund in Nordrhein beobachtet mit Besorgnis, dass ärztliche Versorgungsfragen und Finanzprobleme im Gesundheitswesen allzu schnell mit politstrategischen Stereotypien abgehandelt werden.
"Wenn die Kosten für Krankenhausbehandlungen und Krankentransporte in Brandenburg weit höher liegen als in anderen Regionen und gleichzeitig ein eklatanter Mangel an Hausärzten besteht, dann ist dies ein bemerkenswerter Zusammenhang", stellt die Vorsitzende des Ärzteverbandes in Nordrhein, Angelika Haus, fest. Es erschließe sich von selbst, dass bei fehlendem hausärztlichen Behandlungsangebot, sich krankfühlende Menschen zum einen länger warten, bis sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, zum anderen aber dann, oft recht spät, ein Krankenhaus aufsuchten und sich im Krankentransportwagen dorthin bringen ließen, so die Verbandschefin weiter.
"Dies ist keine Geschäftsidee der Krankenhäuser, sondern Verlagerung der ärztlichen Tätigkeit in ein anderes Umfeld", kommentiert Prof. August-Wilhelm Bödecker, selbst Hausarzt und zugleich stellvertretender Vorsitzender das Hartmannbund-Landesverbandes Nordrhein, "dass auf diese Weise die Diagnose- und Behandlungskosten höher werden, die Versorgung sich verteuert, ist eine Binsenweisheit, der sich die Kostenträger nicht entziehen können. Insofern ist die intensive Förderung einer hausärztlichen Versorgungsebene in jenen Regionen kein bedarfsweckender Luxus, sondern eine patientenfreundliche Sparmaßnahme."

