Politik aktuell
Hoppenthaller will umgehende BHÄV-Vollversammlung
Der Ehrenvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), Wolfgang Hoppenthaller, hat in einem Rundschreiben an alle Verbandsmitglieder die derzeitige Vertragspolitik hart kritisiert. In einem Brief, der auch an alle Hausärzte in Bayern ging, wirft der frühere BHÄV-Vorsitzende seinem Nachfolger Dieter Geis vor, die Existenz des Verbandes und vieler Praxen zu gefährden.
Konkret kritisiert Hoppenthaller die jüngsten Vertragsabschlüsse mit der Techniker Krankenkasse (TK) und den Betriebskrankenkassen (BKK). Der durchschnittliche Fallwert liege im TK-Vertrag um etwa 20 Euro niedriger als angegeben und nur vier Euro über dem Fallwert, den die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns mit der TK vereinbart hat. Bei einigen BKKen liege der Fallwert sogar um mehr als zehn Prozent unter dem BKK-Fallwert der KV Bayerns. Vielen Kollegen drohe daher sechs Monate später ein "böses Erwachen". Hoppenthaller, der den Vorstand der KV Bayerns berät, monierte in diesem Zusammenhang auch, dass die genannten Verträge geschlossen worden, ohne die Ressourcen und die Expertise der KV Bayerns (KVB) zu nutzen.
Er fordert daher die Einberufung einer Mitgliedervollversammlung noch vor den Schiedsgerichtsverhandlungen mit der AOK, „um Schaden vom Verband abzuwenden“. Sie müsse darüber entscheiden, unter welchen Bedingungen künftig Verträge geschlossen werden sollen.

