Politik aktuell
Bayerische WBO soll realitätsnah und familienfreundlicher werden
Die Delegierten des 70. Bayerischen Ärztetages wollen die Weiterbildungsordnung (WBO) familienfreundlicher und flexibler gestalten. Sie soll mit der Lebens- und Alltagswirklichkeit der jungen Ärztegeneration in Abstimmung gebracht und um Inhalte bereinigt werden, die durch keine Evidenz belegt sind.
Flexibilität soll es vor allem hinsichtlich der Anrechenbarkeit von Teilzeittätigkeit geben. Wenn junge Ärzte vorübergehend in Teilzeit arbeiten, so geschehe dies meist wegen familiärer oder sozialer Verpflichtungen. Dem müsse auch die WBO Rechnung tragen. Die Ärzteschaft sollte sich von der Vorstellung verabschieden, allzu sehr in die persönliche Lebensplanung junger Ärzte eingreifen zu wollen, so die Delegierten, denn grundsätzlich hätten junge Ärzte ein vitales Interesse daran, ihre Weiterbildung so schnell wie möglich zu absolvieren.
Zudem soll die Weiterbildung und der Erwerb von Zusatzbezeichnungen auch für niedergelassene Ärzte erleichtert werden, hieß es. Die Ärzte sollten damit die Möglichkeit erhalten, in ihrer Praxis neue Behandlungsschwerpunkte zu setzen, ohne dabei ihre Existenz zu gefährden. In ihrer jetzigen Form behindere die WBO die Qualitätsentwicklung in der ambulanten Versorgung.

