Politik aktuell
Montgomery will über Finanzierung des Gesundheitswesens reden
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, fordert die Ärzteschaft auf, sich auf ein Konzept für eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitswesens zu verständigen. Der Einstieg der Koalition in eine Prämienfinanzierung der Krankenkassen sei zaghaft und reiche nicht, um die Gesundheitsversorgung krisen- und zukunftsfest zu machen. „Wir brauchen eine Finanzierung, die weniger von der Konjunktur abhängig ist und mehr auf die demografische Veränderung reagiert“, betonte Montgomery.
Entsprechend kündigte er für den 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg eine Debatte zu dieser Frage an. Unter anderem sollen dann auch die gesundheitspolitischen Sprecher der Unions- und der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Spahn und Karl Lauterbach, zu den Vorstellungen ihrer Parteien Stellung nehmen.
Vom Beschluss des 111. Deutschen Ärztetag 2008 in Ulm, wonach die Ausarbeitung eines detaillierten Konzepts nicht zu den Aufgaben der Ärzte gehöre, da sie vor allem für Versorgungsfragen zuständig seien, lässt sich Montgomery nicht beirren. Er glaubt, dass sich die Haltung seiner Kolleginnen und Kollegen mittlerweile geändert hat: „Ich könnte mir vorstellen, dass das auf diesem Ärztetag anders ausgeht, weil die Ärzte inzwischen begriffen haben, dass wir uns an der Debatte beteiligen müssen.“ Ein Leitantrag des BÄK-Vorstandes ist allerdings nicht geplant. Montgomery plädiert für eine Positionierung aus der Debatte heraus.

