Politik aktuell
Hochschulmedizin fürchtet mehr Stress für Studierende und Qualitätsverlust
Der Verband „Deutsche Hochschulmedizin e. V.“ kritisiert Pläne der EU-Kommission, im Zuge einer Erleichterung der Mobilität ausgebildeter Fachkräfte die Mindestanforderung an die Dauer eines Medizinstudiums von derzeit sechs auf fünf Jahre zu reduzieren – bei unveränderter Unterrichtszeit von mindestens 5.500 Stunden. Dies sei eine „Erschwerung des Medizinstudiums“, heißt es in einer Pressemeldung des Verbandes. Eine solche Verdichtung des Studiums sei weder umsetzbar noch wünschenswert. Der Verband geht davon aus, dass sich die kürzere Regelstudienzeit etablieren werde.
„Von den 5.500 Mindeststunden, die an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität geleistet werden, entfallen 1.920 Ausbildungsstunden auf das Praktische Jahr“, so Dieter Bitter-Suermann, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT). „Wenn Brüssel nun ein Studienjahr streichen will, müssten die weiteren 3.580 Stunden künftig in vier Jahren bewältigt werden. Der wöchentliche Lern- und Lehraufwand würde um 25 Prozent zunehmen.“ Hinzu kämen für jede Semesterwochenstunde zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit. „Der Stress im Studium würde zunehmen und die Zeiten für Prüfungsvorbereitungen und Wiederholungen würden abnehmen. In der Folge käme es zu mehr Studienabbrüchen“, warnt Bitter-Suermann.

