Beschlüsse Saarland
Schaffung neuer Finanzierungsgrundlagen eines solidarisch organisierten Gesundheitsprämiensystems in der laufenden Legislaturperiode
Die Delegiertenversammlung des Hartmannbundes Landesverband Saarland fordert die Schaffung neuer Finanzierungsgrundlagen eines solidarisch organisierten Gesundheitsprämiensystems in der Bundesrepublik Deutschland in der laufenden Legislaturperiode.
Begründung:
Das nunmehr seit fast zwei Jahrzehnten politisch und seitens der Kostenträger
gewollte und praktizierte Prinzip der systematischen Ausgabenbegrenzung ohne
Priorisierung medizinischer Leistungen geht sowohl zu Lasten der Patienten mit
der Folge einer Rationierung medizinischer Leistungen als auch zu Lasten der Ärzte.
Das in Deutschland geltende Prinzip der Ausgabendeckelung bei fehlender Priorisierung kann aufgrund stetig steigenden Versorgungsbedarfs nur noch mit einer an die Absurdität eines Systems kommunizierender Röhren grenzenden sowie bedeutende Mittel innerhalb des Systems verschwendenden Regelungsdichte, überbordender Bürokratie und Verteilungsakrobatik (DRG, ICD-10-Codes,OPS-Prozeduren, EBM, RLV, DMP, Integrierte Versorgung, Rabattverträge, aut-idem-Regelungen, hausarztzentrierte Versorgung, MVZ usw.) künstlich aufrechterhalten werden und hat sich längst von den Bedürfnissen der Gesellschaft entfernt.
Die demographische Entwicklung mit den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft, das damit verbundene Morbiditätsgeschehen, der medizinisch-
wissenschaftliche, medizintechnische und pharmazeutische Fortschritt verlangen
eine neue Finanzierungsgrundlage des deutschen Gesundheitssystems.
Es muss unverzüglich gehandelt werden, um unser Gesundheitssystem auf eine
neue, auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit, der Berechenbarkeit, der konjunkturellen Unabhängigkeit, der Solidarität und der sozialen Gerechtigkeit beruhende Finanzierungsgrundlage zu stellen.

