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Beschlüsse Niedersachsen

29.05.2009
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Beschlüsse der Landesdelegiertenversammlung 2009

 

Leitantrag 2009
 
Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Aus- und Weiterbildung von Ärzten
 
Der Hartmannbund Niedersachsen sieht als eine der großen Herausforderungen des Gesundheitswesens in Deutschland den kommenden Ärztemangel.
 
Die Landesvertreterversammlung des Hartmannbundes in Niedersachsen setzt sich für eine zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung zur Attraktivitätssteigerung des kurativen Arztberufes ein.
 
Der Hartmannbund in Niedersachsen fordert die niedersächsische Landespolitik zu einem Umdenken bei der Gestaltung des Humanmedizinstudiums, zu einem Studium mit breitem Fächerkanon zur freien Entfaltung der individuellen Fähigkeiten und Interessen, auf. Das Studium der Humanmedizin ist so zu gestalten, dass es der hohen Verantwortung des Arztberufes gerecht wird (Reduzierung der Verschulung). Das Studium der Humanmedizin ist um die für die ärztlichen Freiberufler wesentlichen Aspekte der Begrifflichkeit des Gesundheitssystems, insbesondere betriebswirtschaftlichen und juristischen Inhalte, zu ergänzen.
 
Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Weiterbildungsfinanzierung in Klinik und Praxis außerhalb der budgetierten Honorierung sicherzustellen.
 
Der Hartmannbund fordert die niedersächsische Ärztekammer auf, die Weiterbildungsordnung dahingehend zu ändern, dass die neuen Realitäten bzgl. der Leistungen der einzelnen Krankenhausabteilungen berücksichtigt werden und eine strukturiert organisierte Weiterbildungsmöglichkeit der Ärzte sichergestellt wird.
 
Alle Krankenhausträger müssen gesetzlich verpflichtet werden, die finanziellen Voraussetzungen für eine effektive, effiziente und transparente Weiterbildung zu schaffen. Bei der Krankenhausbedarfsplanung und -finanzierung muss der zeitliche und inhaltliche Mehraufwand jeder Klinik in die Berechnung der notwendigen Kapazitäten aufgenommen werden. Alle Krankenhausträger müssen die Krankenhausverwaltungen und Klinikdirektoren gesetzlich verpflichten, eine aktive inhaltliche Weiterbildung durchzuführen. Neben dem Schulden der Arbeitskraft ist die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten in den Vordergrund zu stellen.
 
Der Gesetzgeber wird aufgefordert, die Krankenkassen zu verpflichten, die Ausbildungsfinanzierung zur Förderung der Weiterbildung von angehenden Fachärzten auch in den freien Praxen sicher zu stellen.
 
Die Tarifpartner auf Arbeitgeber- (private und öffentliche Krankenhausträger, öffentlicher Dienst) sowie auf Arbeitnehmerseite (Marburger Bund, Ver.di) werden aufgefordert, die Strukturänderungen in der Medizin mit flexibleren Arbeitszeitmodellen zu begleiten, um ein deutlich besseres Grundgehalt und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herzustellen.
 
Landesärztekammern und die Tarifpartner haben dafür Sorge zu tragen, dass zum Abbau des Ärztemangels Wiedereinstiegsseminare und Fortbildungsprogramme nach der „Familienpause“ vorgehalten werden.
 
 
Begründung
 
Die Ärzteschaft in Deutschland steht vor ihrer größten Pensionierungswelle. In den kommenden fünf Jahren werden bundesweit ca. 35.000 der derzeit noch in Praxen und Krankenhäusern tätigen Ärzte ausscheiden. Weil sich zudem immer mehr Berufsanfänger von der Patientenversorgung abwenden, drohen bereits jetzt Versorgungsengpässe.
Zwar tragen im Medizinstudium offensichtlich Zulassungsbeschränkungen und hohe Studienmotivation dazu bei, dass nach wie vor eine hohe Studienerfolgsrate festzustellen ist; jedoch zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre auch, dass der Verlust an Medizinstudenten für den kurativen Arztberuf bis zum Abschluss der Weiterbildung immerhin 40 Prozent betragen kann. Der tatsächliche Schwund setzt also maßgeblich direkt nach der Approbation bzw. bei den Assistenten in der Phase der Weiterbildung ein.
Dazu gehört es auch, den hohen Frauenanteil unter den Erstsemesterzahlen stärker als bisher bei der Planung zu berücksichtigen. Der Anteil von berufstätigen Ärztinnen verändert den Berufsstand radikal. So korreliert eine steigende Anzahl von Studentinnen mit weniger Ärzten in der Patientenversorgung. Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die hohe Belastung des ärztlichen Alltags sind mögliche Ursachen für diese Entwicklung.
Daher ist es höchste Zeit für eine „konzertierte Aktion“, diesen Missständen entgegen zu wirken.
 
 
 
Hannover, 25. April 2009
 
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News

Presse

24.02.2012
Die Entscheidung der Diakonischen Dienste Hannover (DDH), nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen der Diakonie Niedersachsen die Gehälter der Ärzte in den Diakonie-Krankenhäusern in Hannover jetzt unverzüglich freiwillig zu erhöhen, bezeichnet der Vorsitzende des Hartmannbundes in Niedersachsen, Dr. Bernd Lücke, als begrüßens- und nachahmenswert.
31.01.2012
Dr. Bernd Lücke kritisiert die Forderung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), das Gehalt des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, zu kürzen, auf das Schärfste.
20.01.2012

Der niedersächsische Hartmannbund hat die Aufnahme der ärztlichen Körperschaften, Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) und Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), mit beratender Stimme in den Krankenhausplanungsausschuss des Landes begrüßt.

22.09.2011

Es entspricht dem ärztlichen Ethos,den Patienten diejenigen medizinisch notwendigen und sinnvollen Leistungen anzubieten, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen, so der Vorsitzende des niedersächsischen Hartmannbundes, Dr. Bernd Lücke, in Hannover.

 

09.08.2011

"Das Heidekreis-Klinikum in Soltau führt uns gerade schonungslos vor Augen, wie dramatisch der Ärztemangel an den deutschen Kliniken mittlerweise ist. Es zeigt aber auch, dass die Krankenhausträger nicht bereit sind, sich den strukturellen Entwicklungen anzupassen." So kommentierte der Landesvorsitzende des Hartmannbundes in Niedersachsen, Dr. med. Bernd Lücke, die vorübergehende Schließung der Inneren Abteilung 1C des Heidekreis-Klinikums in Soltau.

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