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Schwanger in der Weiterbildung – Illing

Dr. med. Iris Illing:

"Ich bin im dritten und im fünften Jahr meiner Weiterbildung zur Fachärztin für Innere Medizin Mutter geworden. Mein Arbeitgeber hat mich insofern unterstützt, als dass ich zwei Jahre nach den Geburten in Teilzeit arbeiten konnte und aus dem Dienstsystem herausgenommen wurde. Das war sehr hilfreich und dafür war ich sehr dankbar.

Irgendwann schnappte allerdings die Teilzeitfalle zu, als Personal knapp wurde, Teilzeitstellen geschaffen wurden ohne Personal aufzustocken (Besetzung einer Vollzeitstelle durch eine Teilzeitkraft) und dadurch die Weiterbildung während der Arbeitszeit unmöglich wurde. Oftmals waren es Kollegen ohne Kinder, die dann in "Teilzeitmuttis" zusätzlich die Ursache ihrer eigenen Unzufriedenheit suchten. Teilzeit wurde vielfach mit Faulheit gleichgesetzt. Hieraus erwuchs dann eine echte Benachteiligung: Untersuchungszahlen sammelte ich vorwiegend nach Feierabend. Faktisch hatte ich hierdurch eine 40 Stunden Woche für deutlich weniger Geld und bekam natürlich von der Ärztekammer nur die verkürzte vertraglich vereinbarte Arbeitszeit auf meine Weiterbildung anerkannt. Der Vorteil war jedoch, dass bis zum dritten Lebensjahr der Kinder die Nachtdienste entfielen.

Ich würde dazu raten, sich auch bei der Auswahl der Fachrichtung über die Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen Gedanken zu machen. Sofern hohe Untersuchungs- und OP-Zahlen erforderlich sind, kann es Sinn machen, diese erst weitestgehend abzuarbeiten, bevor der Kinderwunsch in die Realität umgesetzt wird. Bei der Auswahl des Arbeitgebers sollte man sich erkundigen, ob Frauen gefördert werden, welche Teilzeit- und Elternzeitmodelle es gibt und ob man sich von den Diensten für einen gewissen Zeitraum befreien lassen kann.

Außerdem kann ich nur dazu raten, erforderliche Kurse wie zum Beispiel Strahlenschutz noch während der Vollzeittätigkeit zu absolvieren, da diese meist nicht vom Arbeitgeber finanziert werden und bei Teilzeitbeschäftigung schnell ein halbes Monatsgehalt hierauf verwendet werden muss.

Ich bin bei meinen Kinder jeweils ein Jahr zu Hause geblieben, da ich befürchtete, ein längeres Ausscheiden könnte mich fachlich zu sehr beeinträchtigen. Ein Jahr kann aber bei Lektüre aktueller Literatur und der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen gut überbrückt werden, auch waren meine Kinder bereits nach einem Jahr an anderen Kindern interessiert, so dass ich sie guten Gewissens in der Kita abgegeben habe. Sicherlich ist dies nicht bei jedem Kind der Fall, aber auch dann kann eine Tagesmutter oder ein Au-Pair-Mädchen für eine individuelle Betreuung herangezogen werden.

Aktuell bin ich in Vollzeit in einer Praxis tätig, da insbesondere 24-Stunden-Dienste an der Klinik nur schwer mit der Familie vereinbar sind. KV-Dienste sind deutlich angenehmer, ich kann vor einem Nachtdienst meine Kinder ins Bett bringen und bin morgens zum Frühstück wieder da.

Mein Fazit: Familie und Beruf lassen sich vereinbaren, auch wenn eine gute Organisation die Grundvoraussetzung ist. Aber generell gilt für mich der Satz, Ärztin bin ich ein Leben lang, aber meine Kinder sind nur einmal klein und werden für ihr ganzes Leben geprägt."

Wenn Sie eine vertrauliche Beratung wünschen, schicken Sie eine kurze E-Mail. Wir vermitteln dann umgehend den Kontakt zu Frau Dr. Illing.

Steckbrief Mutter und Ärztin – Frau Dr. Illing


Name
: Dr. med. Iris Illing, Fachärztin für Innere Medizin

Arbeitgeber: in Anstellung bei einer Berufsausübungsgemeinschaft in Rostock in Vollzeit

Alter: 35

Familienstand: verheiratet

Gremien: Mitglied im Vorstand des LV Mecklenburg-Vorpommern

Kinder: 2

  • erstes Kind: im 3. WB-Jahr
  • zweites Kind: im 5. WB-Jahr

 

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