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PJ-Aufwandsentschädigung

PJ-Aufwandsentschädigung – 649 Euro* monatlich für alle!

Studierende im Praktischen Jahr (PJ) werden im Krankenhaus in der Regel als „Vollzeitkräfte“ eingesetzt und übernehmen regelmäßig Tätigkeiten, mit denen sie den Klinikablauf unterstützen. Das haben Befragungen des Hartmannbundes gezeigt. PJ-Studierende dürfen jedoch nicht als kostenlose oder kostengünstige Arbeitskräfte gesehen werden, sondern haben ein Recht auf eine gute Lehre und eine angemessene Aufwandsentschädigung.

Der Hartmannbund fordert seit langem die Einführung einer monatlichen PJ-Aufwandsentschädigung in Höhe des in der Approbationsordnung angegebenen BAföG-Höchstsatzes (seit Oktober 2016 sind das 649 Euro). Und zwar für alle Medizinstudierenden. Doch wie sieht die Realität aus?

Laut einer Erhebung des Hartmannbundes zur PJ-Aufwandsentschädigung im Jahr 2014 zahlten 111 von insgesamt 691 Universitätskliniken und Lehrkrankenhäusern keine PJ-Aufwandsentschädigung. Nur 56 Lehrkrankenhäuser zahlten den zu diesem Zeitpunkt geltenden BAföG-Höchstsatz von 597 Euro* im Monat. Auch ein Jahr später hatte sich an diesem ernüchternden Ergebnis nichts Wesentliches geändert.

Trotz zahlreicher Aufrufe und Appelle an die Fakultäten, Universitätskliniken und die Politik blieben die Zahlen von 2015 im Vergleich zum Frühjahr 2014 in etwa gleich: 112 von aktuell insgesamt 701 Universitätskliniken und Lehrkrankenhäusern zahlten keine Aufwandsentschädigung. Spitzenreiter der „Nichtzahler“ blieben Berlin (30 mal 0 Euro), Hamburg (15 mal 0 Euro) und Bayern (35 mal 0 Euro). – Immerhin: Auch weiterhin zahlt gut die Hälfte zwischen 201 und 400 Euro im Monat; viele Kliniken bieten zusätzlich Sachleistungen an (zum Beispiel Unterkunft, Fahrtkosten, Mahlzeiten).

Nicht nur der Hartmannbund, sondern auch der Deutsche Ärztetag hat 2014 den Gesetzgeber und die für die Festsetzung der PJ-Aufwandsentschädigung verantwortlichen Ausbildungsstätten – also die Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser – aufgefordert, allen PJ-Studierenden eine entsprechende Aufwandsentschädigung zu zahlen. Der Hartmannbund hatte sich vor Ort mit seiner Forderung nach einer gerechten PJ-Aufwandsentschädigung stark gemacht.

Im Vorfeld des Medizinischen Fakultätentages 2015 sind alle Dekane angeschrieben und um Unterstützung gebeten worden, dieses für die Medizinstudierenden so wichtige Thema aufzugreifen und nach einer gemeinsamen Lösung hinsichtlich der Einführung einer bundesweit einheitlichen PJ-Aufwandsentschädigung zu suchen. Dabei sind wir auf viel Gesprächsbereitschaft gestoßen. Diesen Weg werden wir weitergehen!


* Die BAföG-Sätze wurden mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 angehoben.

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