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Wo die Landarztquote kommt ...

Wo die Landarztquote kommt ...

Wie sieht es in den Ländern aus ...

Wo die Landarztquote bereits beschlossen wurde bzw. bereits praktiziert wird und wo sie uns voraussichtlich bald ins Haus steht, zeigt unsere kleine Übersicht.

Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen eine Landarztquote im Medizinstudium eingeführt. In einem ersten Schritt gehen seit dem Wintersemester 2019/2020 7,6 Prozent der Medizinstudienplätze außerhalb des sonstigen Vergabeverfahrens an Bewerber, die sich vertraglich verpflichten, nach Abschluss ihrer Ausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausarzt zu arbeiten.

Im Freistaat Bayern hat der Ministerrat die Landarztquote für Medizinstudenten auf den Weg gebracht. Ab dem Wintersemester 2020/21 sind bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze pro Semester für Studenten reserviert, die später als Hausärzte auf dem Land arbeiten wollen.

Rheinland-Pfalz regelt die Quote im „Landesgesetz zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen des Landes Rheinland-Pfalz“. Ab dem Wintersemester 2020/21 werden 6,3 Prozent (+ 1,5 Prozent ÖGD) der Studienplätze im Sinne der Landarztquote vergeben.

Sachsen-Anhalt reserviert an den Universitäten ab dem Wintersemester 2020/21 in Magdeburg und Halle 5 Prozent der Studienplätze für angehende Landärzte. Ein entsprechendes Gesetz wurde vom Landtag in Magdeburg verabschiedet.  

Laut Koalitionsvertrag ist auch für Schleswig-Holstein  eine Landarztquote geplant. 2019 hat die AFD einen Gesetzentwurf eingebracht, in dem 10 Prozent der Studienplätze Studierenden vorbehalten sein sollen, die nach ihrem Medizinstudium in unterversorgten Regionen arbeiten möchten. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Niedersachsen prüft derzeit noch, ob eine Landarztquote eingeführt werden kann. Aktuell besteht keine Einigkeit innerhalb der Landesregierung. Die SPD möchte sie einführen, die CDU ist dagegen. Geplant sei eine Quote von 10 Prozent voraussichtlich zum Wintersemester 2021/22. Ein Beschluss soll im Sommer gefasst werden.

Sachsens Regierung hat ein 20-Punkte-Programm zur medizinischen Versorgung beschlossen. Es sieht unter anderem die Einführung der Landarztquote mit 100 zusätzlichen Medizinstudienplätze an den Universitäten in Dresden und Leipzig vor. Weitere Details wurde noch nicht beschlossen.

Einem Gesetzentwurf zur Landarztquote wurde Mitte Februar 2020 im Saarland zugestimmt. Dieser sieht vor, dass vom Wintersemester 2020/21 an bis zu 22 Studenten auch ohne Spitzenabitur bevorzugt einen Medizinstudienplatz erhalten können. Dies sind 7,8 Prozent der Medizinstudienplätze im Saarland. Sie müssen sich verpflichten, mindestens zehn Jahre in einer Landarztpraxis zu arbeiten. Studierende, die nach dem Ende des Studiums die Verpflichtung zur Tätigkeit als Landarzt nicht einhalten, müssen eine Vertragsstrafe von 250.000 Euro bezahlen.

Der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern hat Ende Januar 2020 ein Landarztgesetz beschlossen. Demnach sollen spätestens mit Beginn des Wintersemesters 2021/22 jährlich 32 der rund 400 Studienplätze für Bewerber reserviert werden.

Die Regierungsfraktionen von Grünen und CDU in Baden-Württemberg haben sich auf einen Kompromiss verständigt. Das Thema war in der Landesregierung bis zuletzt umstritten. Von 150 neuen Medizin-Studienplätzen an den Universitäten in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm sollen ab dem Wintersemester 2020/21 75 Plätze über eine Landarztquote vergeben werden.

10 Prozent der Medizinstudienplätze in Hessen sollen in Zukunft an Bewerber gehen, die sich später in unterversorgten Gebieten als Allgemeinmediziner niederlassen. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, den die SPD Mitte Februar in den Landtag eingebracht hat. Weitere Beschlüsse gibt es dazu noch nicht.

Der Ausschuss Medizinstudierende im Hartmannbund hat sich klar gegen die Einführung einer solchen Landarztquote stark gemacht. 

Wir reden mit …

… beim Medizinstudium der Zukunft! Am "Masterplan Medizinstudium 2020" der Bundesregierung arbeiten wir aktiv mit. Dabei haben all jene, die sich dazu in unserer Umfrage geäußert haben, einen wesentlichen Anteil.

Zu unseren Positionen ...