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21.11.2016 // ZI-Gutachten

Abbildung des Behandlungsbedarf zu ungenau

Das bisherige Verfahren zur Ermittlung der notwendigen Leistungsmenge in der vertragsärztlichen Versorgung, die durch die gesetzlichen Krankenkassen zu vergüten ist, muss erheblich überarbeitet werden, um die Krankheitslast der deutschen Bevölkerung genauer abbilden zu können. Das geht aus einem aktuellen Gutachten hervor, das mehrere Autoren im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung erstellt haben. Als Maßnahmen empfiehlt das Gutachten unter anderem, die Komprimierung beim sogenannten Versichertenklassifikationssystem von 360 Krankheiten auf 73 diagnosebezogene Krankheitsgruppen abzuschwächen oder abzuschaffen, das tatsächliche Morbiditätsniveau zu berücksichtigen sowie die Morbiditätslast anhand regionaler Gegebenheiten zu messen.

Eine Absage erteilten die Gutachter den umstrittenen Kodierrichtlinien. Das Abbild der Krankheitslast würde damit nicht substanziell verbessert. Stattdessen schlugen sie vor, insbesondere Diagnosen heranzuziehen, die über einen längeren Zeitraum dokumentiert und durch Arzneiverordnungen plausibilisiert worden sind. Auch eine stärkere Validierung der Diagnosen sei notwendig. Auf den Behandlungsbedarf wirkten zahlreiche Faktoren, die einem steten Wandel unterliegen, heißt es in dem Gutachten. Dabei müsse eine steigende Inanspruchnahme nicht zwingend mit einer epidemiologischen Inzidenz einhergehen. (stp)

Gutachten

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