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25.07.2017 // Offener Brief an Bundesregierung

„Ärzte gegen Fehlernährung“ – Aufruf zur Unterschrift

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Deutsche Diabetesgesellschaft (DDG) und die Verbraucherorganisation foodwatch fordern in einem offenen Brief an die Bundesregierung und die Parteivorsitzenden eine neue Strategie zur Prävention nicht übertragbarer chronischer Krankheiten. Ärztinnen und Ärzte fordern sie auf, das Anliegen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Konkret fordern die Initiatoren vier Maßnahmen, um der Zunahme von zum Beispiel adipösen Kindern und Jugendlichen wirksam entgegenzutreten: eine leicht verständliche Lebensmittelkennzeichnung in Form einer Nährwert-Ampel, verbindliche Standards für die Schul- und Kitaverpflegung, Beschränkungen der an Kinder gerichteten Lebensmittelwerbung sowie steuerliche Anreize für die Lebensmittelindustrie, gesündere Rezepturen zu entwickeln.

Die Organisationen berufen sich auf Daten des Robert-Koch-Instituts, denen zufolge 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren als übergewichtig oder adipös gelten. Dies seien 50 Prozent mehr als noch in den 80er oder 90er Jahren. Der Anteil adipöser Kinder liege bei 6,3 Prozent und habe sich sogar verdoppelt. Ähnlich besorgniserregend sei die Diabetesprävalenz, die von Ende der 90er Jahre bis Ende der Nullerjahre um 24 Prozent gestiegen sei. All dies verursache neben individuellem Leid auch erhebliche volkswirtschaftliche Schäden. So führe Adipositas Schätzungen zufolge zu gesamtgesellschaftlichen Kosten in Höhe von 63 Milliarden Euro jährlich, bei Diabetes liegen  die geschätzten Kosten bei 35 Milliarden Euro.

In Sachen Prävention sei Deutschland noch immer ein Entwicklungsland, betonte Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ. „Während zahlreiche andere Staaten in Europa im Kampf gegen Fehlernährung bei Kindern und Jugendlichen die Lebens­mittelwirtschaft in die Pflicht nehmen, setzt die Bundesregierung weiterhin auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie und auf Programme für Ernährungsbildung. Das ist ein Skandal“, sagte Fischbach. Es sei dringend an der Zeit, dass die Politik die Kindergesundheit besser schütze. (stp)

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