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16.03.2016 // DRG-System

Ärztekammer Berlin fordert grundlegendes Umdenken

„Wären DRGs ein Medikament, müssten sie sofort vom Markt genommen werden. Alle Nebenwirkungen sind eingetreten, fast alle Wirkungen ausgeblieben.“ Mit diesen Worten hat der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, das 15-jährige Bestehen der Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRGs) zur Abrechnung von Krankenhausleistungen kommentiert. Nicht mehr der kranke Mensch stünde heute im Mittelpunkt des ärztlichen und pflegerischen Handelns, sondern die Anzahl und der Fallwert seiner Diagnosen und der ärztlichen Eingriffe. Jonitz fordert daher ein Umdenken hin zu einem werteorientierten System, das den Nutzen für den Patienten in den Vordergrund stelle.

„DRGs sollten künftig vor allem als Grundlage für Budgetverhandlungen und nicht zur 100-prozentigen Budgetberechnung genutzt werden“, schlägt der Berliner Kammerpräsident vor und forderte, analog zum Innovationsfonds regionale Gesundheitsbudgets einzuführen. Darüber hinaus sollten in Bundesländern mit niedriger Krankenhausbettenzahl die Basisfallwerte angehoben werden.

Jonitz verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Ärztekammer Berlin bereits 2001 vor der Einführung der DRG-SYstematik gewarnt habe. In einem entsprechenden Beschluss hieß es: „Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin erwartet mit der Einführung von DRGs eine deutliche Verschlechterung der Patientenversorgung durch einen Verlust an Qualität und Humanität. Eine Industrialisierung der Patientenversorgung in deutschen Krankenhäusern ist absehbar.“ Die Fallpauschalen schafften „Anreize für wohldotierte, aber fraglich indizierte Maßnahmen und damit zu schlechterer Medizin bei insgesamt höheren Kosten“, hieß es in der Resolution weiter. „Dies alles ist in Deutschland flächendeckend eingetroffen“, erklärte Jonitz. (stp)

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