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15.05.2017 // Ärztemangel

Ärztekammern fordern mehr Medizinstudienplätze

Die Landesärztekammern (LÄK) Brandenburg und Rheinland-Pfalz fordern eine Erhöhung der Medizinstudienplätze in Deutschland. Der Ärztemangel dürfe nicht über Ärzte aus dem Ausland gelindert werden, hieß es weiter. Die rheinland-pfälzische Kammer verwies darauf, dass die laut aktueller Ärztestatistik der Bundesärztekammer steigende Arztzahl den aktuellen und künftigen Mangel nicht abfangen könne. „Der Zuwachs ist minimal und deckt bei weitem nicht den künftigen Versorgungsbedarf ab“, sagte Günther Matheis, Präsident der LÄK Rheinland-Pfalz. Als Gründe nannte er den medizinischen Fortschritt, den demografischen Wandel, den erhöhten Anteil von Teilzeitstellen und den allgemeinen Trend zur Arbeitszeitverkürzung. Im Kammerbezirk stieg die Zahl der berufstätigen Ärzte 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 17.800, jedoch war fast die Hälfte mindestens 50 Jahre alt.

Der Präsident der LÄK Brandenburg, Frank-Ullrich Schulz, sagte, dass der „Mangel an ärztlichem Nachwuchs bei zugleich steigender Altersstruktur und damit ebenfalls steigendem Bedarf an medizinischer Versorgung“ bundesweit gelöst werden müsse. Um die vorhandenen Ressourcen im eigenen Land zu nutzen, müssten mehr Studienplätze bereitgestellt werden, Interessenten gebe es genug. „Dass diese dann ins Ausland gehen müssen, um Medizin zu studieren, ist der falsche Weg“ so Schulz. Man könne nicht Mediziner aus anderen Ländern abziehen und gleichzeitig den eigenen potenziellen Nachwuchs aus dem Blick verlieren. Schulz fordert eine Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze um mindestens 1.000 jährlich.

Die brandenburgische Kammer schließt sich damit ausdrücklich den Forderungen der niedersächsischen Kammerpräsidenten Martina Wenker an. Diese hatte bereits in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass es nicht die Lösung sein könne, „Ärzte aus ärmeren Ländern mit vagen Versprechungen nach Deutschland zu locken, um dem hierzulande bestehenden Ärztemangel zu begegnen“. Vielmehr müssten die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, „um in Deutschland mehr Ärzte auszubilden und nicht den ärmeren Ländern dieser Welt auch noch die Grundlagen einer guten ärztlichen Versorgung der Menschen in ihren Heimatländern zu entziehen". (stp)

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