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26.05.2017 // MWBO-Novellierung begrüßt

Ärztetag beschließt Beibehaltung des Allgemeinchirurgen

Der 120. Deutsche Ärztetag 2017 hat die Kopfteile des Abschnitts B des Entwurfs für eine Novelle der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) angenommen und alle Beteiligten aufgefordert, dem 121. Deutschen Ärztetag 2018 in Erfurt eine beschlussfähige Gesamtfassung der MWBO-Novelle vorzulegen. Zuvor hatte der Vorsitzende der Weiterbildungsgremien, Franz Bartmann, über den aktuellen Sachstand der Arbeiten berichtet.

Die neue MWBO soll kompetenzorientiert aufgebaut sein und flexibler an medizinisch-fachliche Veränderungen angepasst werden können. Für den Erwerb einer Bezeichnung sollen zukünftig nicht mehr vorrangig Richtzahlen und Zeiten maßgeblich sein, sondern die erworbenen Kompetenzen. Im Zuge des Novellierungsprozesses werden auch die Facharztkapitel in Abschnitt B neu gefasst. Hierzu hat es in den vergangenen Monaten umfangreiche Abstimmungsprozesse zwischen den Gremien der Bundesärztekammer und den Landesärztekammern sowie den Fachgesellschaften und Berufsverbänden gegeben, in dessen Ergebnis nun der Abschnitt B als weitgehend konsentiert vorgelegt werden konnte. Offen sind unter anderem noch der Abschnitt mit den Zusatzbezeichnungen, die „Allgemeinen Inhalte“ der Weiterbildungsordnung und die künftige Logbuch-Matrix inklusive der Entwicklung eines bundeseinheitlichen elektronischen Logbuchs. Auch der Paragrafenteil (Abschnitt A) werde noch einmal grundlegend überarbeitet, so Bartmann.

Eine umstrittene Entscheidung ist im Zusammenhang mit der Konsentierung des Abschnitts B die Beibehaltung des Allgemeinchirurgen. Sämtliche chirurgischen Berufsverbände und Fachgesellschaften hatten sich im Vorfeld des Ärztetages in einer Presserklärung und in einem offenen Brief an die Landesärztekammerpräsidenten gegen das Festhalten am Generalisten ausgesprochen. Die Ärztetagsdelegierten folgten diesen Argumenten jedoch nicht und beschlossen, den Allgemeinchirurgen beizubehalten. Der Allgemeinchirurg werde nach wie vor für die Grundversorgung in Praxen und Kliniken gebraucht, heißt es zur Begründung. Die inhaltliche Kompetenz solle jedoch präzisiert und verbessert werden. (stp)

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