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15.04.2015 // Unions-Positionspapier "Heilmittelerbringer direkter in die Versorgung einbinden"

Ärztevertreter: Diagnosehoheit muss beim Arzt bleiben

Der Arzt sollte weiterhin derjenige sein, der mit seiner Diagnose über den Sinn und Umfang von Leistungen von Heilmittelerbringern entscheidet. Ein direkter Zugang von Patienten zum Beispiel zu Physiotherapeuten oder Logopäden, wie ihn die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in einem Positionspapier gefordert hat, stößt bei Ärztevertretern weiter auf breite Ablehnung.

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, bezeichnete die Unionspläne als unausgegoren. Dem Deutschlandfunk sagte Reinhardt, dass Ärzte auch weiterhin sowohl die Diagnose stellen als auch festlegen sollten, welche Anwendungen für den Patienten geeignet seien. Diese Entscheidung könne nicht dem Therapeuten überlassen bleiben. Durchaus sinnvoll sei es hingegen, die bessere Interaktion zwischen Arzt und Therapeut zu befördern.

Auch Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hält dies für einen geeigneten Ansatz: "Wir sind gerne bereit, über sinnvolle Entlastungen der Ärzte und das kollegiale Zusammenwirken mit anderen Professionen zu sprechen. Die im Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion enthaltenen Vorschläge sind dafür aber nicht zielführend." Diagnose und Indikationsstellung müssten in ärztlicher Hand bleiben, so Feldmann, da die Mehrzahl der Patienten, die Heilmittel benötigen, an komplexen Erkrankungen leiden. Ein Wegfall des ärztlichen Verordnungsvorbehalts könnte zu einem Schaden für Patienten führen, da die erforderliche differenzialdiagnostische Betrachtung nicht sichergestellt wäre und so möglicherweise Krankheiten nicht erkannt werden könnten.

Die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte Ende März ein Positionspapier beschlossen, das insbesondere für die Physiotherapie eine bessere Vergütung und eine direktere Einbindung in die Versorgungsverantwortung vorsieht. Zu den Kernforderungen gehört auch, die Vergütung qualifizierter Heilmittelerbringer von der Grundlohnsummensteigerung zu entkoppeln. Durch diese Koppelung habe es im Heilmittelbereich in den letzten Jahren so gut wie keinen Einkommenszuwachs gegeben. Sobald die Ergebnisse der bereits laufenden Modellvorhaben vorliegen, wollen die Gesundheitspolitiker von CDU und CSU Verhandlungen zur Umsetzung der Blankoverordnung aufnehmen. Dies ist für das kommende Jahr vorgesehen. (stp)

>>> Positionspapier "Heilmittelerbringer direkter in die Versorgung einbinden"

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