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06.04.2016 // Ethikrat zur Krankenhausversorgung

Arbeitsbedingungen in Kliniken dürfen das Patientenwohl nicht gefährden

Seit langem schon macht der Hartmannbund immer wieder auf die schwierigen Arbeitsbedingungen aufmerksam. Das wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Weiterbildung und den fachärztlichen Nachwuchs aus, wie eine Kampagne im vergangenen Jahr deutlich machte.

Der Deutsche Ethikrat bemängelt, dass Klinikmitarbeiter immer wieder in Konflikte zwischen ihrem Berufsethos und der Realität des Berufsalltags geraten. Die Kostendämpfungspolitik der Krankenkassen einerseits und das Streben der Kliniken nach Gewinnsteigerungen haben Effekte entstehen lassen, „die im Hinblick auf das Patientenwohl als maßgeblicher normativer Maßstab Anlass zur Sorge geben“, heißt es in einer Stellungnahme. Dazu zähle auch der Fachkräftemangel in den Kliniken, den der Ethikrat auf die dadurch verschlechterten und „problematischen“ Arbeitsbedingungen des Klinikpersonals zurückführt.

Mit seiner letzten in dieser Amtszeit veröffentlichten Stellungnahme will der Ethikrat vor allem Empfehlungen geben, wie das Ziel der mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz und dem Krankenhausstrukturgesetz angestoßenen Reformen, nämlich die Patientenversorgung qualitätsorientiert zu gestalten, erreicht werden kann. Denn eine maßgebliche Herausforderung bestehe darin, die  Kriterien  für  eine  qualitativ  hochwertige  und  patientengerechte  Versorgung  näher  zu  bestimmen und ihre Transparenz für die Patienten und die Gesellschaft sicherzustellen, heißt es. So empfiehlt der Rat unter anderem, dass Geschäftsführer von Kliniken neben ihrer ökonomischen Fachkompetenz auch über grundlegende Kenntnisse in Medizin und Pflege verfügen sollten, da überwiegend betriebswirtschaftlich ausgerichtete Entscheidungen die Arbeitssituation von Ärzten und Pflegekräften langfristig unzumutbar verschlechtern und damit das Patientenwohl gefährden würden. Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, fordert in diesem Zusammenhang, die vom Ethikrat empfohlene Mindestzahl von Pflegekräften auch auf das ärztliche Personal auszudehnen.

Zudem sollte, so der Ethikrat, bei den Vorgaben für die Vergütung innerhalb des DRG-Systems der zeitliche und organisatorische Aufwand berücksichtigt werden. Das betreffe sowohl die Kommunikation mit Patienten als auch die interprofessionelle Kommunikation. Grundsätzlich sollte bei der Weiterentwicklung des DRG-Systems Fehlanreizen entgegengewirkt werden, die dem Patientenwohl entgegenstehen. Dazu gehören nach Ansicht des Ethikrates vorzeitige oder verzögerte Entlassungen oder Verlegungen von Patienten. Um den sogenannten „Drehtür-Effekt“ zu vermeiden, der besonders bei multimorbiden Patienten auftrete, sollte die Abrechnung von zwei und mehr DRGs für einen Krankenhausaufenthalt ermöglicht werden. (stp)

Stellungnahme des Ethikrates

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