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27.09.2016 // GKV-Finanzen

Ausgaben für Arzneimittel steigen stärker als Gesamtausgaben

Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind im Jahr 2015 um 1,5 Milliarden Euro auf 36,9 Milliarden Euro gestiegen. Damit erhöhten sich die Ausgaben für Arzneimittel mit 4,3 Prozent stärker als die Gesamtausgaben der GKV, die um 3,9 Prozent stiegen. Das geht aus dem aktuellen Arzneiverordnungsreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervor.

Preistreiber sind demnach vor allem patentgeschützte Arzneimittel, die allein mit 14,9 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr beträgt fast zehn Prozent. Die frühe Nutzenbewertung und die damit einhergehenden Verhandlungen über Erstattungsbeträge bei neuen Arzneien führten 2015 zwar zu Einsparungen von rund 925 Millionen Euro, doch hätte diese Summe noch deutlich höher ausfallen können, wenn das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) von 2010 nicht an vielen Stellen wieder aufgeweicht worden wäre, so der Herausgeber des Arzneiverordnungsreports Ulrich Schwabe. Beispielsweise schaffte die Regierung die frühe Nutzenbewertung für Medikamente des Bestandsmarktes wieder ab und ließ Ausnahmeregelungen für Orphan Drugs zu.

Grundsätzlich sei Deutschland bei Arzneimitteln nach wie vor ein "Hochpreisland", so Schwabe. "Die Kosten für diese Politik werden auf die deutschen Patienten abgewälzt." Der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Jürgen Klauber, wies darauf hin, dass der Anstieg der Arzneimittelkosten im Patentmarkt sei nicht auf das Verordnungsverhalten der Ärzte zurückzuführen sei. Maßgeblich dafür sei die Preisentwicklung gewesen und nicht die Zahl der verordneten Packungen. (stp)

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