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12.04.2016 // Ärztestatistik 2015

BÄK: Versorgungsbedarf steigt schneller als Zahl der Ärzte

Zwar steigt die Zahl der in Deutschland tätigen Ärzte, noch stärker jedoch steigt der medizinische Versorgungsbedarf. Darauf hat Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bei der Vorstellung der Ergebnisse der Ärztestatistik für das Jahr 2015 hingewiesen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts, der BÄK und der Unternehmensberatung Deloitte stieg die Zahl der ambulanten und stationären Behandlungen in Deutschland zwischen 2004 und 2014 um 28 Prozent auf rund 707 Millionen Fälle (ambulant: 688 Millionen, stationär: 19 Millionen). Die Zahl der ärztlich tätigen Mediziner hingegen stieg im gleichen Zeitraum nur um 19 Prozent. Allerdings gab es laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2013 mit 693 Millionen ambulanten Behandlungsfällen bereits einen Höchststand. Der Rückgang zu 2014 liegt bei 0,7 Prozent. Im stationären Sektor prognostiziert die Unternehmensberatung Deloitte eine Zunahme der Behandlungsfälle auf 22 Millionen bis zum Jahr 2030. Insgesamt arbeiteten 2015 in Deutschland 371.302 Ärztinnen und Ärzte, davon 189.622 im Krankenhaus und 150.106 Ärzte im ambulanten Sektor.

„Wenn wir jetzt nicht entschieden gegensteuern, steht die medizinische Versorgung in Zukunft vor immensen Problemen“, warnte der Ärztepräsident. Die Zahl der Medizinstudienplätze müsse daher bundesweit um mindestens zehn Prozent erhöht werden. „Noch im Jahr 1990 gab es in den alten Bundesländern 12.000 Plätze im Studiengang Humanmedizin. Heute sind es gerade noch 10.000, obwohl durch die Wiedervereinigung acht medizinische Fakultäten hinzugekommen sind“, so Montgomery. In diesem Zusammenhang forderte er die Bundesregierung auf, im Zuge ihres Masterplans Medizinstudium 2020 auch die Auswahlverfahren an den Universitäten zu reformieren: „Wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen ausgewählt werden, die hinterher auch in der Versorgung der Bevölkerung arbeiten wollen.“ Neben der Abiturnote seien Faktoren wie psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung stärker zu berücksichtigen. Um dem Hausärztemangel wirksam zu begenen, empfahl Mopntgomery, Medizinstudierende schon zu Beginn des Studiums an die Allgemeinmedizin heranzuführen. Bis 2017 sollten an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingeführt werden.

Dass sich die ambulante Versorgung im Wandel befindet, zeigt der starke Zuwachs von angestellten Ärzte im ambulanten Sektor: Sie stieg um 3.066 auf 29.373. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von 11,7 Prozent und einem Anteil an der Gesamtzahl der ambulant tätigen Ärzte von 20 Prozent. Gleichzeitig gab es 2015 weniger Ärzte mit eigener Praxis, ihre Zahl sank im vergangenen Jahr um 908 auf 120.733, das sind 0,7 Prozent weniger als im Jahr 2014. (stp)

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