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06.12.2016 // MWBO-Novelle

Chirurgen warnen vor zu starker Spezialisierung

Ein zukünftiger Allgemein- und Viszeralchirurg muss die Möglichkeit erhalten, auch unfallchirurgische Inhalte zu erwerben – einschließlich der Skelettradiologie –, um sinnvoll in der Niederlassung arbeiten zu können. Das hat der Vorsitzende des Berufsverbandes Niedergelassener Chirurgen, Christoph Schüürmann, in einer Pressemitteilung gefordert. Die nach derzeitigem Stand im Zuge der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) geplante Abschaffung des Allgemeinchirurgen hätte fatale Folgen auf die flächendeckende chirurgische Versorgung, so Schüürmann. Angehende Chirurgeninnen und Chirurgen müssten sich dann nämlich für eine Spezialisierung entscheiden – Allgemeine und Viszeralchirurgie (ohne unfallchirurgische Inhalte), Orthopädie/Unfallchirurgie oder andere chirurgische Spezialisierungen –, und könnten aus zulassungsrechtlichen Gründen nicht die Praxissitze von Allgemeinchirurgen oder Chirurgen mit Schwerpunkt Unfallchirurgie übernehmen. In Kliniken müssten Doppelbesetzungen eingeführt werden, die niemand bezahlen wolle oder könne.

„Wir konnten in den Beratungen der gemeinsamen Weiterbildungskommission zwar erreichen, dass ein ‚flexibles Jahr’ eingerichtet wird, in dem sich Weiterbildungsassistenten frei für jedes Gebiet der Medizin entscheiden können“, sagte Schüürmann. Wer den Weg der Viszeralchirurgie einschlage, könnte in seinem freien Jahr zum Beispiel Orthopädie/Unfallchirurgie auswählen. „Doch dies wird die grundsätzlichen Probleme der frühen Spezialisierung nicht lösen.“ Bislang verfüge ein Facharzt für Allgemeine Chirurgie über ein breites Spektrum an viszeralchirurgischen und unfallchirurgische Kenntnissen und Fähigkeiten, die zum Beispiel in der ambulanten Versorgung dringend erforderlich seien. „Die mit der geplanten neuen MWBO forcierte Spezialisierung steht diesen Anforderungen aus der Praxis diametral entgegen“, so Schüürmann. (stp)

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