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26.05.2017 // 120. Deutscher Ärztetag

Delegationsmodell „Physician Assistant“ soll Ärzte entlasten

Die Delegierten des 120. Deutschen Ärztetags in Freiburg haben das Delegationsmodell „Physician Assistant“ (Arztassistent) zur Arztentlastung und -unterstützung befürwortet. Das Modell, das Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Auftrag früherer Ärztetage erarbeitet haben, soll dazu dienen, den Arzt für seine Kernaufgabe von delegierbaren Tätigkeiten zu entlasten. Der Arztassistent sei dabei dem ärztlichen Dienst unterstellt, sein Einsatzbereich liegt vor allem in der stationären Versorgung. Das Modell soll nun in allen Landesärztekammern, in denen entsprechende Studiengänge existieren oder eingerichtet werden, als Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Hochschulen dienen, die den akademischen Grad „Physician Assistant“ verleihen.

Die Hochschulen sollen sich freiwillig dazu verpflichten, die genannten Vorgaben einzuhalten, die gemeinsam und einheitlich mit den Ärztekammern abgestimmt wurden. Dazu gehört die Durchführung des Studiums in Form von Präsenzstudiengängen und dass die in der Praxis erlernten Tätigkeiten mittels eines Logbuchs unter ärztlicher Aufsicht dokumentiert werden. Zudem sollen die Lehrveranstaltungen von ärztlichen Dozenten durchgeführt werden, Ausnahme sind Medizinrechtsveranstaltungen. Grundsätzlich soll die Ausbildung nur beginnen dürfen, wer zuvor eine dreijährige Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf erfolgreich abgeschlossen hat.

In diesem Zusammenhang forderten die Delegierten den BÄK-Vorstand und die KBV dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass der Studiengang Arztassistent kein grundständiges und somit allein berufsqualifizierendes Studium wird. Es müsse eine akademische Weiterbildung auf einen vorhandenen Ausbildungsberuf bleiben, um keinen zusätzlichen Gesundheitsberuf in das System einzuführen und damit die Heterogenität weiter zu erhöhen – mit allen zu erwartenden Schnittstellen- und Kommunikationsproblemen.

In Deutschland gibt es seit 2008 entsprechende Bachelor-Studiengänge. Bislang sind etwa 300 Arztassistenten ausgebildet worden, 260 Studierende sind aktuell in diesen Studiengängen immatrikuliert. (stp)

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