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17.07.2017 // Einigung zwischen DKG, KBV und Kassen

Entlassmanagement startet zum 1. Oktober

Die im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vorgesehene Einführung des Entlassmanagements ist auf den 1. Oktober verschoben worden. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in einer Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag verständigt.

Die Kliniken sind damit ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, jedem Patienten ein Entlassmanagement anzubieten, damit Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt lückenlos ambulant weiter versorgt werden. Dazu soll das Krankenhaus feststellen, welche ambulanten Leistungen unmittelbar nach der Klinikentlassung erforderlich sind und diese einleiten. Der weiterbehandelnde Vertragsarzt ist darüber rechtzeitig zu informieren. Klinikärzte dürfen dann in begrenztem Umfang auch Verordnungen ausstellen und Arbeitsunfähigkeiten bescheinigen dürfen. So können sie beispielsweise Arzneimittel in der kleinsten Packungsgröße verschreiben, um die Übergangsphase von der stationären in die ambulante Versorgung zu überbrücken. Die entsprechenden Formulare sollen rechtzeitig zur Verfügung stehen. Dabei gelten für Verordnungen in der Klinik dieselben Regelungen wie im ambulanten Sektor.

In der Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag über das Entlassmanagement haben sich die Vertragspartner auch darauf verständigt, dass Krankenhausärzte zur Kennzeichnung der Verordnungen statt der vorgeschriebenen lebenslangen Arztnummer (LANR) übergangsweise das Arztpseudonym „4444444“ verwenden dürfen, ergänzt durch den Fachgruppencode durch das Krankenhaus. Diese Übergangsregelung gilt bis zum 1. Januar 2019.

Ursprünglich sollte das Entlassmanagement am 1. Juli starten. Da sich GKV-Spitzenverband, DKG und KBV im vergangenen Jahr nicht auf die Ausgestaltung einigen konnten, regelte das erweiterte Bundesschiedsamt die strittigen Punkte. Gegen die Entscheidung des Bundesschiedsamtes erhob die DKG Klage, die sie jedoch nun – nach der Unterzeichnung der Änderungsvereinbarung – zurückgenommen hat. Der Rahmenvertrag zum Entlassmanagement tritt damit zu 1. Oktober in Kraft.

Die KBV erarbeitet derzeit nach eigenen Angaben ein Handbuch zu Unterstützung von Klinikärzten. Darin will die Körperschaft über die Regeln der vertragsärztlichen Bestimmungen, nach denen Klinikärzte ab Oktober verordnen müssen, in übersichtlicher Form informieren. (stp)

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