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03.03.2015 // Evaluation der Weiterbildung 2014

Ergebnisse bestätigen frühere Erkenntnisse

Die bislang bundesweit angelegten und gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich durchgeführten Evaluationen der Weiterbildung fielen dem Rotstift zum Opfer. 2014 testeten daher fünf Kammern zwei neu entwickelte eigenständige Konzepte für künftige Befragungen.

Die Befragungen von 2009 und 2011 lieferten teils ernüchternde Ergebnisse. Zwar erhielt die Weiterbildung im Schnitt eine gute Note (2,54 in 2009 und 2,44 in 2011), als besonders problematisch erwiesen sich aber die Arbeitsbedingungen. Markante Auffälligkeiten bei der Weiterbildung waren u.a. fehlende Weiterbildungspläne (wir berichteten). Einige Kammern nahmen das zum Anlass, aktiv auf eine Verbesserung der Qualität der Weiterbildung hinzuwirken. Eine regelmäßige Evaluation – darin waren sich alle Akteure einig – müsse auch künftig stattfinden.

Die Kammern Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein entwickelten daher zunächst eine eigenständige Pilotbefragung mit nur noch 50 statt zuvor 100 Fragen. Gefragt wurde, was vermittelt wird, wie gut dies geschieht und wie die Weiterbildung organisiert wird. Die früheren Erkenntnisse bestätigten sich: Mit der Durchnittsnote 2,44 scheinen die Weiterzubildenden nach wie vor zufrieden zu sein, 75 Prozent erhalten nach wie vor keine Weiterbildungspläne, bei mehr als der Hälfte werden vereinbarte Arbeitszeitregelungen nicht eingehalten. Nachholbedarf bei der Wissens- und Kompetenzvermittlung sehen die Befragten vorrangig bei den sogenannten soft skills wie der ärztlichen Gesprächsführung und der Begleitung Sterbender. Eine weitere deutliche Diskrepanz: Zwar bescheinigen 80 Prozent ihren Weiterbildern sehr hohe medizinisch-praktische Fähigkeiten, jedoch schätzen nur 43 Prozent deren didaktische Fähigkeiten.

Die Kammer Westfalen-Lippe verfolgte ein eigenes Konzept, das gemessen an den Rücklaufquoten die Nase vorn hat: 50 Prozent meldeten sich zurück. In den anderen Kammern reichte die Quote von elf Prozent in Baden-Württemberg bis 33 Prozent in Hamburg. Die Kammer in Westfalen-Lippe setzte neben der Online-Beteiligung auch auf postalisch verschickte Fragebögen: Online nahmen auch hier lediglich 20 Prozent teil.

In etwa 30 Fragen sollten die Weiterzubildenden neben inhaltlich-statistischen Angaben auch sagen, was ihnen besonders wichtig ist. Platz eins belegt wenig überraschend die Vermittlung medizinischer Kenntnisse. Dem folgen aber auch schon das Arbeits- und Betriebsklima und die Organisation der Weiterbildung. Letztere bemängeln immerhin 40 Prozent, eine fehlende Anpassung an den individuellen Weiterbildungsbedarf ein Drittel. Beides besitzt unter den Weiterzubildenden mit 84 und 85 Prozent eine hohe Priorität.

Grundsätzlich können 79 Prozent der Befragten ihre Klinik empfehlen. Das Problem fehlender Weiterbildungspläne besteht bei 73 Prozent allerdings ebenfalls – und bei 33 Prozent werden auch in Westfalen-Lippe die Arbeitszeitregelungen nicht eingehalten.

Kurz: Die bekannten Probleme haben Bestand. Der Hartmannbund sieht hier dringenden Handlungsbedarf und setzt sich weiterhin vehement für bessere Arbeitsbedingungen ein – und für eine Reform der Weiterbildung, die die Kompetenzvermittlung und die Anliegen der Weiterzubildenden miteinander in Einklang bringt. (stp)

HB-Vorschlag: Evaluation als ständige Erhebung konzipieren

Der Deutsche Ärztetag hat 2012 und 2014 auf Initiative des Hartmannbundes die Bundesärztekammer beauftragt, die Evaluation künftig als ständige Erhebung durchzuführen. Die Ärztinnen und Ärzte sollten spätestens nach der bestandenen Facharztprüfung ihre Weiterbildung bewerten. Die Ergebnisse würden dann einmal jährlich erhoben und unter Nennung der Weiterbildungsstätte veröffentlicht. Damit könnten Akzeptanz, Teilnehmerquote und Aussagekraft der Evaluation wesentlich gesteigert werden.

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