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04.04.2017 // Positionspapier der Friedrich-Ebert-Stiftung

Expertengruppe empfiehlt neues Gesamtkonzept für die Gesundheitsversorgung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat in einem Positionspapier Vorschläge für eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit im Gesundheitswesen unterbreitet. Die Vorschläge sollen einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems leisten und zielen vor allem auf eine Zusammenführung der Sektoren. So seien eine einheitliche Bedarfsplanung, eine Angleichung der Honorarsysteme sowie eine bessere Koordinierung und Kommunikation der Akteure nötig. Grundlegende Voraussetzungen dafür seien den Autoren zufolge jedoch eine einheitliche Qualitätssicherung, eine „sektorenübergreifende gemeinsame Klassifikation für alle Leistungserbringer“ sowie eine einheitliche Telematikinfrastruktur und Patientenakten.

Die Autoren bemängeln vor allem, dass das aktuelle Gesundheitswesen anbieterorientiert sei und gewachsenen Strukturen mit „unterschiedlichen institutionell begründeten Systemlogiken“ unterliege. Im Zentrum der Überlegungen müssten stattdessen Versorgungsnotwendigkeiten und das Patientenwohl stehen. Die Versorgung müsse sich „soweit wie möglich an evidenzbasierter Versorgungsplanung orientieren und einen patientenzentrierten Charakter“ entwickeln. Es bedürfe zwingend integrierter Konzepte, „die eine umfassende, bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige und zugleich effektive Versorgung ermöglichen“. Nur so könne eine „adäquate Antwort auf die mit dem demografischen Wandel und der Zunahme chronischer Krankheiten verbundenen Herausforderungen gegeben werden“. Im bisherigen System gebe es zu viele Hürden für eine sektorenübergreifende Versorgung. Die Bundesregierung habe in den vergangenen Jahren vielfach versucht, die Grenzen zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor zu öffnen. Man brauche nun jedoch einen „Übergang vom Modell zur Norm“.

Bei den nun unterbreiteten Vorschlägen steht die Beplanung der hausärztlichen Grundversorgung an vorderster Stelle. Sie sollte anhand der Bevölkerungszahl und in größeneinheitlichen Planungsregionen erfolgen. Darüber hinaus müsse die gesamte Bedarfsplanung auch die regionale Pflegeplanung unter Einbeziehung der Kommunen umfassen und die Rückgabe von Praxissitzen in überversorgten Regionen vorsehen. Auch bei der Honorierung gilt ein gesonderter Vorschlag den Hausärzten: Ihre Vergütung sei künftig dreigliedrig auszugestalten. Zu einer kontaktunabhängigen Koordinierungspauschale kämen noch eine jährliche Behandlungspauschale und Vergütungsbestandteile für Einzelleistungen.

Grundsätzlich müssten Leistungserbringer für die gleiche Leistung auch die gleiche Vergütung erhalten, und zwar unabhängig vom Ort der Leistungserbringung. Zudem fordern die Autoren ein Ende des Quartalsbezugs in der Abrechnung. Damit werde der „Kontakt- und Leistungsmengenwettlauf in 17 KV-Bereichen vier Mal im Jahr neu gestartet“. Ausgeschöpfte Budgets vor Erreichen des Quartalsendes führten überdies dazu, dass die Motivation sinke, innerhalb des betreffenden Quartals noch weitere Patienten zu behandeln, wie es in dem Papier heißt.

Zur Expertengruppe gehören unter anderem die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Ferdinand Gerlach, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Managed Care, Volker Amelung sowie der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Christoph Straub.

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