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19.07.2017 // Bekämpfung multiresistenter Erreger

Fachgesellschaft fordert Facharzt für Infektiologie

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) fordert die Etablierung eines Facharztes für Infektiologie und eine Stärkung der Infektiologie bereits im Medizinstudium. Daneben müssten Antibiotic-Stewardship-Programme ausgebaut werden. Die DGI begründet ihre Forderung damit, dass an deutschen Krankenhäusern derzeit zu wenig Infektiologen arbeiteten. Eine aktuelle Empfehlung der Europäischen Kommission zeige, dass Deutschland noch Nachholbedarf bei der infektiologischen Versorgung habe. „Wenn die Eindämmung von Resistenzen und die angemessene Versorgung komplexer Infektionen mit und ohne Resistenzen gelingen soll, dann muss der Einsatz von Infektionsspezialisten ein selbstverständlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung in jeder Klinik in Deutschland werden“, sagte der DGI-Vorsitzende Gerd Fätkenheuer.

Seinem Vorstandskollegen Winfried Kern zufolge seien „in den allermeisten Kliniken hierzulande“ Stellen für Infektiologen nicht regelhaft vorgesehen. An kleinen Häusern stünden oft auch keine infektiologischen Konsiliardienste zur Verfügung. Während in Ländern wie Schweden oder den USA auf eine Millionen Einwohner mehr als 20 Fachärzte für Infektiologie kämen, seien es in Deutschland nur rund sieben.

Die Europäische Kommission veröffentlichte Ende Juni Leitlinien für die Verwendung von Antibiotika in der Humanmedizin. Um die Verordnung von Antibiotika zu verbessern und auch in Zukunft Patienten therapieren zu können, die beispielsweise mit multiresistenten Erregern infiziert sind, komme Infektiologen demnach eine zentrale Rolle zu. (stp)

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