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04.05.2017 // Notfallversorgung

Gassen: „Jeder soll das machen, wofür er technisch und personell ausgestattet ist.“

Im Streit um die Vergütung der Notfallversorgung an Kliniken hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ein Konzept angekündigt, „in dem es eine – auch virtuelle – Anlaufstelle gibt, die Patienten dann in die richtige Versorgungsebene schickt“. Das sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen in  einem Interview mit dem Ärzteblatt. „Aus unserer Sicht soll jeder medizinisch das machen, wofür er personell und technisch ausgestattet ist“, zitiert das Blatt Gassen weiter.

Hintergrund des Streits ist eine Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses vom vergangenen Jahr, die für Klinikambulanzen eine sogenannte Abklärungspauschale in Höhe von 4,73 Euro tagsüber und 8,42 Euro des Nachts für Patienten vorsieht, die eine Klinikambulanz aufsuchen, jedoch nicht notärztlich versorgt werden müssen. Mit dieser Entscheidung, die auf eine gesetzliche Vorgabe zurückgeht, sollen die Klinikambulanzen entlastet werden. Die Finanzierung der Abklärungspauschale erfolgt aus dem Topf für die Vergütung ambulanter Notfallleistungen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft protestierte gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrige Abklärungspauschale.

Die Pauschalen zu erhöhen sei jedoch falsch, so Gassen: „Jeder, der rechnen kann, wird feststellen, dass man das Problem nicht damit löst, noch mehr Geld in die ohnehin schon teure Krankenhausplanung zu schieben.“ Jeder vierte der 20 Millionen stationären Fälle gehöre nicht in die Kliniken. Zum Vergleich: In der ambulanten Versorgung verzeichnete das Statistische Bundesamt für das Jahr 2015 fast 700 Millionen Behandlungsfälle. Die Kassen zahlten dafür rund 35 Milliarden Euro, für die Krankenhausbehandlungen hingegen das Doppelte.

Vor diesem Hintergrund warnen die KBV-Vorstände dem Blatt zufolge auch vor Bestrebungen, die Bedarfsplanung der Selbstverwaltung aus der Hand zu nehmen. „Wir müssen das unter uns regeln. Politische Bedarfsplanung ist das teuerste, was wir bekommen können“, so Hofmeister. Vor allem könnte mit einer Fokussierung auf die ambulante Medizin auch Ärztinnen und Ärzten in den Krankenhäusern der extreme Arbeitsdruck genommen werden: „Das könnte man heilen durch ein ambulantes System, bei dem nicht durch zusätzliche Ambulanzen Betten gefüllt werden“, so Gassen laut Ärzteblatt. „Ich glaube, dass so mancher Krankenhausträger in dieser Frage der Versorgung näher bei uns steht, als es oft scheint.“

Der stellvertretende KBV-Vorstand Stephan Hofmeister ergänzte, es die Aufgabe des ambulanten Versorgungssystems sei, auf die Nöte der Bürger einzugehen: „Der Bürger lässt sich nicht steuern, die Politik will ihn nicht steuern. Wir müssen den Bürger also abholen.“ Es brauche daher regionale Lösungen für die Notfallversorgung. Für den Patienten sei entscheidend, dass er versorgt werde, und nicht, wie das organisiert wird. (stp)

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