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14.09.2017 // Arzneimittelpreise

GBA: Kassen sparen jährlich 7,8 Milliarden Euro durch Festbeträge

Die gesetzlichen Krankenkassen sparen bei den Ausgaben für Arzneimittel derzeit 7,8 Milliarden Euro jährlich allein durch Festbeträge. Darauf hat der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA),  Josef Hecken, bei der Vorstellung einer entsprechenden Bilanz hingewiesen. Insgesamt liege der Verordnungsanteil von Arzneimitteln mit Festbeträgen bei etwa 80 Prozent. „Diese Einsparungen können an anderer Stelle zur Finanzierung der stetig steigenden Leistungsausgaben aufgrund der demographischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschrittes eingesetzt werden und sind deshalb kein Selbstzweck, sondern nützen sowohl den Kranken wie den Beitragszahlern“, so Hecken. Im Jahr 2016 seien 21 Verfahren abgeschlossen worden, im laufenden Jahr acht. Noch offen seien 15 Verfahren, darunter auch eine neue Gruppe unter Einbeziehung von Biosimilars.

„Mit diesem Instrument wird ein wirksamer Preiswettbewerb gefördert, ohne dass die therapeutisch notwendige Arzneimittelauswahl und die Versorgungsqualität eingeschränkt werden“, erläuterte Hecken die Vorteile von Festbeträgen. Das Instrument der Festbetragsgruppenbildung habe sich mehrfach als wirksam erwiesen, der GBA agiere dabei im Sinne der Patienten und Beitragszahler. Beispielhaft verwies er auf die im April 2017 in Kraft getretene Festbetragsgruppe für parenterale Darreichungsformen von Methotrexat. Der Hersteller habe aktuell mitgeteilt, dass zur Behandlung rheumatoider Arthritis oder Psoriasis ab sofort Fertigspritzen und Fertigpens zum neuen Festbetrag für parenterales Methotrexat (MTX) zur Verfügung stehen. Die von Seiten der Hersteller immer wieder geäußerten Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung der Patientenversorgung durch neue Festbetragsgruppen erwiesen sich „am Ende regelmäßig als haltlos“, so Hecken.

Ein Festbetrag ist eine Preisobergrenze für eine Gruppe therapeutisch gleichwertiger Präparate, bis zu der die gesetzliche Krankenversicherung diese Medikamente erstattet. Zu solchen Gruppen kann der GBA sowohl Arzneimittel mit gleichen als auch mit pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Wirkstoffen oder einer therapeutisch vergleichbaren Wirkung zusammengefasst werden. Innerhalb dieser Festbetragsgruppen haben Ärztinnen und Ärzte dann die Wahl zwischen verschiedenen therapeutischen Alternativen, die sie zulasten der Krankenkassen verschreiben können. Die Höhe der Festbeträge wird regelmäßig vom GKV-Spitzenverband überprüft und gegebenenfalls auf der Grundlage von Vergleichsgrößen, die der GBA zuvor ermittelt hat, neu berechnet. Damit führen die günstigsten Arzneimittel in einer Festbetragsgruppe zu einem Preisdruck nach unten. Bleiben Hersteller trotzdem bei einem höheren Preis, müssen die Mehrkosten in der Regel von den Versicherten getragen werden.

Eine aktuelle Liste der Arzneimittel, die einer Festbetragsregelung unterliegen, ist auf den Seiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) einsehbar. (stp)

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