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15.04.2015 // Ärztestatistik 2014

Geringer Zuwachs kann Ärztemangel nicht eindämmen

Die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten berufstätigen Ärztinnen und Ärzte sieg im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 365.247. „Dieses leichte Plus reicht bei Weitem nicht aus, um die Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen, die sich aus einer Reihe von gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben“, kommentierte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Ergebnisse der Ärztestatistik für das Jahr 2014.

Einer der wesentlichen Gründe für diese paradox erscheinende Entwicklung seien die Erwartungen der jungen Ärztegeneration an ihre Berufsausübung, heißt es bei der BÄK. Sie legten – wie auch zuletzt die Umfrage des Hartmannbundes unter den Assistenzärzten deutlich gezeigt hat – großen Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Familie und Beruf, auf feste Arbeitszeiten und flexible Arbeitszeitmodelle, sodass sich immer mehr für eine Anstellung und gegen die Niederlassung entschieden. Entsprechend stieg die Anzahl angestellter Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich von 22.304 im Jahr 2013 um 18 Prozent auf 26.307 im vergangenen Jahr. 1993 waren es noch 5.397. Zudem arbeiteten zunehmend mehr Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit. Laut Statistischem Bundesamt habe sich deren Zahl zwischen 2001 und 2011 von 31.000 auf 54.000 erhöht. Auch die Anzahl der Ärztinnen steigt. Im Jahr 1991 lag der Frauenanteil noch bei einem Drittel, 2014 schon bei 45,5 Prozent. Der Anteil der Medizinstudentinnen liegt derweil bereits bei über zwei Dritteln, Tendenz ebenfalls steigend.

Die Zahl der in Deutschland berufstätigen ausländischen Ärztinnen und Ärzte stieg im Jahr 2014 um etwa elf Prozent von 31.236 auf 34.706. „Gerade in ländlichen Regionen leisten die Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung. In vielen Kliniken käme es ohne sie zu erheblichen personellen Engpässen“, machte Montgomery deutlich. Jedoch reiche dies nicht aus, um die personellen Lücken zu schließen. Abwehren ließe sich der Ärztemangel nur mit einer Erhöhung der Anzahl der Medizinstudienplätze um mindestens zehn Prozent, ist er sich sicher. (stp)

>>> Ärztestatistik 2014

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