pageUp
  

Aktuelle Meldungen

10.11.2015 // Hauptversammlung 2015

Gestern und heute: Die Zukunft gestalten

Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Montgomery bei seinem Grußwort an die Delegierten der Hartmannbund-Hauptversammlung 2015 in Berlin-Dahlem

Unter dem Motto „25 Jahre gesamtdeutsches Gesundheitswesen – Rückblick und Perspektiven“ trafen sich die Delegierten des Hartmannbundes am vergangenen Wochenende zur Hauptversammlung in Berlin. Zahlreiche Gäste aus Politik, Selbstverwaltung und Verbänden nahmen daran teil, darunter der Präsident der Bundesärztekammer Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomerty, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, und MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner. Einer Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen über die deutsche Gesundheitspolitik in den Wendejahren folgten intensive Debatten über die aktuelle Situation der deutschen Gesundheitspolitik. Dazu verabschiedeten die Delegierten 18 Resolutionen (siehe Übersicht rechts).

Reinhardt warnt vor neuen Gräben innerhalb der Ärzteschaft
Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, setzte sich in seiner Rede kritisch mit dem Zustand der KBV auseinander, warnte vor neuen Gräben zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und ermahnte Selbstverwaltung und Verbände, als Gestalter des Gesundheitssystems eine aktivere Rolle zu spielen. Es sei ihre Aufgabe, eigene Lösungen und Konzepte zur Bewältigung bestehender Herausforderungen zu entwickeln und in die politische Debatte einzubringen. Vorschläge und Ideen, die von der Politik nicht nur als reines Wunschkonzert verstanden würden sondern auch den gesellschaftspolitischen Realitäten Rechnung trügen, erforderten Mut und Fantasie, so Reinhardt. Dies sei auf Dauer alternativlos, wenn es darum gehe, ein System mitzugestalten, das auch in Zukunft die Wahrung ärztlicher Unabhängigkeit gewährleisten soll.

In diesem Zusammenhang kündigte Reinhardt für das kommende Jahr ein Konzept des Hartmannbundes zum Thema „Patientensteuerung“ an. Dabei gelte es nicht nur, Möglichkeiten der Mengensteuerung zu diskutieren. Auch müssten zum Beispiel therapeutische Redundanzen vermieden werden (Pressemitteilung zur Hauptversammlung).

Kritik an Portalpraxen
Eine klare Absage erteilten die Delegierten des Hartmannbundes in einer Resolution der Einführung sogenannter Portalpraxen mit einer einseitigen Finanzierung zu Lasten des ambulanten Budgets. Hier gelte es stattdessen, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in der stationären Versorgung, für einen ungedeckelten extrabudgetären Finanzierungstopf für die Notfallversorgung zu streiten.

Ehrungen für verdiente Mitglieder und engagierten Nachwuchs
Neben der berufspolitischen Arbeit ehrte die Hauptversammlung besonders verdiente Mitglieder. Den Dres. Werner Sitter und Klaus Baier verlieh der Verband in Anerkennung ihrer Verdienste für den Verband und die Ärzteschaft die Hartmann-Thieding-Plakette. Der Friedrich-Thieding-Preis der gleichnamigen Hartmannbund-Stiftung ging in diesem Jahr an die Düsseldorfer Medizinstudentin Sahar Moghaddam. Damit würdigte die Stiftung ihr ehrenamtliches soziales und berufspolitisches Engagement bei gleichzeitig sehr guten Studienleistungen.

Den Film- und Fernsehpreis des Hartmannundes gewannen die Autoren der Reportage „Der Arzt, der um die Ecke denkt“ aus der WDR-Sendereihe „Menschen hautnah“, Jule Sommer und Udo Kilimann. (mr/stp)