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31.08.2015 // Bericht des Normenkontrollrats

GKV-Bürokratie kostet Niedergelassene mehr als vier Milliarden Euro

Das Statistische Bundesamt hat erstmals die Bürokratiekosten im ambulanten vertrags(zahn)ärztlichen Bereich beziffert. Sie belaufen sich auf jährlich 4,33 Milliarden Euro. Dabei gehen 3,33 Milliarden Euro auf die gemeinsame (zahn)ärztliche Selbstverwaltung zurück und knapp eine Milliarde Euro auf Vorgaben des Gesetzgebers. Das geht aus dem Bericht „Mehr Zeit für Behandlung“ hervor, den das Bundesamt im Auftrag des Nationalen Normenkontrollrates angefertigt hat. Im Ergebnis konnten in 20 Bereichen konkrete Handlungsempfehlungen für einen Abbau der Bürokratie formuliert werden. Das Einparpotential, das mit diesen Maßnahmen erreicht werden kann, soll laut Normenkontrollrat bei einem dreistelligen Millionenbereich liegen.

Von den insgesamt 371 identifizierten Informationspflichten, die ambulant tätige Vertragsärzte und -zahnärzte erbringen müssen, gehen 298 auf die gemeinsame vertragsärztliche Selbstverwaltung zurück, 33 auf die gemeinsame vertragszahnärztliche Selbstverwaltung und 40 auf das Bundesgesundheitsministerium. Zu diesen Informationspflichten zählen unter anderem Arzneimittelverordnungen, Abrechnungen ärztlicher Leistung und Überweisungen. Je Praxis kommen im Jahr 96 Tage zusammen, die für die Erfüllung der Informationspflichten aufgebracht werden müssen. Die 42 aufwendigsten Pflichten summieren sich dem Bericht zufolge auf 95 Prozent des Gesamtaufwandes; jede allein verursacht jährliche Kosten von mehr als zehn Millionen Euro. Die meisten Kosten verursachen die Verordnung von Arzneimitteln und die Abrechnung ärztlicher Leistungen – hier sah man sich jedoch außerstande, Einsparpotenziale zu identifizieren. (stp)

>>> weitere Informationen

>>> Bericht des Normenkontrollrates „Mehr Zeit für Behandlung“ (PDF)

Pressesprecher

Michael Rauscher

Tel.: 030 206208-11

Fax: 030 206208-711

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