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01.12.2016 // Schiedsspruch

Hochschulambulanzen müssen Fachärzte vorhalten

Hochschulambulanzen müssen Ärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung vorhalten. Das geht aus einem Spruch des erweiterten Bundesschiedsamtes hervor, der heute in Kraft getreten ist. Damit sind die Bedingungen für eine weitere Öffnung der Hochschulambulanzen für die ambulante Versorgung festgelegt worden.

Hintergrund der Entscheidung sind Neuregelungen im Versorgungsstärkungsgesetz, wonach Hochschulambulanzen – dazu zählen Ambulanzen, Institute und Abteilungen der Hochschulkliniken – auch Patienten mit schweren und komplexen Krankheitsbildern ambulant behandeln können. Bislang waren sie lediglich in dem Unfang ermächtigt, an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen, insofern dies für Forschung und Lehre erforderlich war – einen Facharzt vorzuhalten, war nicht zwingend vorgesehen. Die Kassenärztliche Bundesvereingung (KBV), der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatten den Auftrag festzulegen, welche Patientengruppen einer Versorgung durch die Hochschulambulanzen bedürfen. Da sich die Vertragspartner nicht einigen konnten, haben die Krankenkassen unterstützt von der KBV das Bundesschiedsamt angerufen.

Mit der neuen Regelung können Haus- und Fachärzte Patienten nun auch optional an einen Facharzt der Hochschulambulanz überweisen, der die Behandlung entsprechend fortführt. Als Kriterien, wann eine solche Überweisung erfolgen kann, legte das Bundesschiedsamt unter anderem fest, dass dies der Fall sein kann, wenn Patienten einer spezialisierten Diagnostik bedürfen, die in der vertragsärztlichen Versorgung nicht möglich ist und die Diagnose nicht ausreichend gesichert werden konnte, oder wenn Patienten an einer seltenen Erkrankung leiden oder deren Versorgung selten vertretener Fachdisziplinen bedarf.

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