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02.09.2015 // EBM 2016

KBV: Keine Verhandlungen nach Kassenlage!

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor einer Verschlechterung der Versorgungsqualität. Laut einer Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) hat sich die wirtschaftliche Lage von Arztpraxen insgesamt deutlich verschlechtert. Die Betriebskosten stiegen im Zeitraum 2010 bis 2013 um 7,6 Prozent und damit weitaus stärker als die Verbraucherpreise. Im selben Zeitraum senkten die Praxisinhaber ihre Ausgaben für Investitionen deutlich. Zwischen 2010 und 2013 sanken die Abschreibungen um 13,5 Prozent, die Aufwendungen für Leasing und Mieten für Geräte um 5,9 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Wartung und Instandhaltung um 11,8 Prozent.

„Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen müssen wirtschaftlich in der Lage sein, ihre Praxen zu modernisieren“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Das sei erforderlich, um die hochwertige Versorgung der Patienten dauerhaft zu sichern. „An diesem Grundsatz müssen sich die Krankenkassen orientieren – erst recht bei den derzeit laufenden Verhandlungen zur finanziellen Ausgestaltung der ambulanten Versorgung von 70 Millionen Versicherten“, mahnte Gassen. „Honorarverhandlungen nach Kassenlage sind absolut nicht das Gebot der Stunde.“ Die Einnahmen aus der gesetzlichen Krankenversicherung liegen bei knapp drei Viertel der Gesamteinnahmen der Praxen.

Die Verhandlungen sollen am 10. September in Berlin fortgesetzt werden. Offen ist vor allem noch die Höhe des Orientierungswertes, der über die Vergütungshöhe der Leistungen entscheidet. Ein Ergebnis gibt es lediglich für die Höhe der Mehraufwendungen, die aus der gestiegenen Morbidität der Versicherten erwachsen. Sie liegt bei 250 Millionen Euro. (stp)

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