pageUp
  

Aktuelle Meldungen

11.01.2017 // TV-Bericht

Kliniken haben Probleme mit der Umsetzung von Hygienevorschriften

Im Jahr 2014 hatten 26 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland die gesetzlichen Hygienevorschriften noch nicht erfüllt. Das geht aus einem Bericht des ARD-Magazins Plusminus und Daten des nach eigenen Angaben gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv hervor. Seit 2011 verpflichtet das Infektionsschutzgesetz in Verbindung mit Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts Kliniken mit mehr als 400 Betten, Hygienefachkräfte zu beschäftigen. Sie sollen vor allem dafür sorgen, dass Infektionen mit multiresistenten Keimen vermieden werden. Ursprünglich sollten diese gesetzlichen Vorgaben bis Ende 2016 von den Ländern umgesetzt sein. Auf deren Bitten hin hat der Gesetzgeber diese Frist jedoch mit dem Krankenhausstrukturgesetz auf Ende 2019 verlängert.

Die Daten für die Correctiv-Erhebung sollen aus den Qualitätsberichten der Kliniken stammen, die dem Gemeinsamen Bundesausschuss vorliegen. Bei Häusern ab 400 Betten hat Correctiv die Hygienekriterien als nicht erfüllt gewertet, wenn kein Krankenhaushygieniker angegeben war oder er als extern identifiziert worden ist – entweder, weil er im Qualitätsbericht explizit als "extern" vermerkt war, oder falls der Name des Hygienikers bei mindestens drei Kliniken auftauchte. Fehlende Angaben zum Hygienepersonal wurden mit 0 gewertet. Nach Bundesländern betrachtet fehlte vor allem in Bremen und Thüringen entsprechendes Hygienepersonal. Hier erfüllten 43 Prozent beziehungsweise 42 Prozent der Kliniken die Vorschriften nicht. Dahinter folgen Berlin mit 37 Prozent, Hessen mit 35 Prozent und Baden-Württemberg mit 33 Prozent. Am besten schnitt Hamburg ab. Hier waren nur in zehn Prozent der Kliniken im Bereich Hygiene unterbesetzt.

Der Bericht verweist allerdings selbst auf ein Statement des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), wonach vor allem der hohe Bedarf nach Hygienepersonal eine Ursache für die Defizite sei. Auf dem Arbeitsmarkt seien trotz erfolgter Qualifizierungsmaßnahmen nicht rechtzeitig ausreichend Hygienefachkräfte verfügbar gewesen. „Grund hierfür war unter anderem, dass die Aus- und Fortbildung zeitintensiv ist", zitiert das Magazin das BMG. Mit einer Finanzspritze von 460 Millionen Euro sollen die Kliniken nun bei ihrer Suche nach Hygienepersonal und dessen Qualifizierung gefördert werden. (stp)

Weitere Informationen

News
14.12.2018 // ePa

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht sich für eine zügige Umsetzung für die...

mehr
14.12.2018 // TSVG

Die Blankoverordnung für Gesundheitsberufe wie etwa Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten soll an...

mehr
13.12.2018 // Telematikinfrastruktur

Der VSDM-Konnektor der secunet Security Networks AG hat die Zulassung der gematik – Gesellschaft für...

mehr
Kontakt

Hartmannbund

Kurfürstenstraße 132

10785 Berlin

Telefon: 030 206208-0

Telefax: 030 206208-49

E-Mail: hb-info@hartmannbund.de

Pressestelle