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22.06.2017 // Krankenhaus Rating Report

Klinikstandort allein nicht für wirtschaftliche Situation entscheidend

Der Standort eines Krankenhauses ist für seine wirtschaftliche Situation allein nicht entscheidend. Vorteilhaft ist vielmehr ein hoher Grad an Spezialisierung, was sich auch auf die Patientenzufriedenheit auswirkt. Das geht aus dem dreizehnten Krankenhaus Rating Report hervor, den das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung und das Institute for Healthcare Business in Kooperation mit Deloitte erstellt haben. Dazu wurden unter anderem die Jahresabschlüsse der deutschen Krankenhäuser von 2007 bis 2010 aufbereitet.

Insgesamt hat sich dem Report zufolge die wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr zwar leicht verschlechtert, war aber weiterhin besser als 2012, das in der jüngeren Vergangenheit das wirtschaftlich schlechteste Jahr für die Krankenhäuser war. Diese Schlussfolgerung basiert auf einer Stichprobe von 506 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2014 und 201 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2015, womit insgesamt 877 Krankenhäuser erfasst waren. Neun Prozent der Kliniken hatten demnach 2015 eine erhöhte Insolvenzgefahr, auf Konzernebene schrieben 21 Prozent einen Jahresverlust. Obgleich 63 Prozent investitionsfähig waren, sei die Kapitalausstattung der Krankenhäuser nach wie vor unzureichend. Den jährlichen Investitionsbedarf der deutschen Kliniken beziffert der Report mit mindestens 5,4 Milliarden Euro, wobei die Universitätskliniken ausgenommen sind. Allerdings stellten die Bundesländer im Jahr 2015 nur Fördermittel in Höhe von 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung.

Besonders auffällig: Kliniken in ostdeutschen Bundesländern, wo mit dem gesellschaftlichen Umbruch auch die Gesundheitsversorgung großen Strukturveränderungen unterlag, haben im Ranking erneut am besten abgeschnitten. Wirtschaftlich besonders schwierig hätten es hingegen Kliniken in Bayern, Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg. Hier gebe es bei einer hohen Klinikdichte zu viele kleine Einrichtungen und zu wenig Spezialisierung. Positiv habe sich jedoch in diesem Zusammenhang der 2016 geschaffene Krankenhausstrukturfonds bemerkbar gemacht: 75 Prozent des Antragsvolumens seien auf Maßnahmen zur Konzentration von Standorten und 22 Prozent auf den Abbau von Kapazitäten entfallen.

Um eine ideale Krankenhausstruktur zu erreichen, rechnen die Autoren mit notwendigen Investitionsmitteln in Höhe von insgesamt zwölf Milliarden Euro. Sie empfehlen daher, den Krankenhausstrukturfonds über das Jahr 2018 hinaus fortzuführen. Bei einer Fortführung sollten die Mittel jedoch idealerweise aus Steuermitteln des Bundes mit Ko-Finanzierung der Länder kommen. Krankenhausträger sollten Anträge stellen können und die Verteilung der Mittel sollte nach einem bundesweit einheitlichen Kriterienkatalog erfolgen.

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