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29.06.2017 // Notfallversorgung

KV Baden-Württemberg will Patienten via Callcenter steuern

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg will bis Ende des Jahres ein eigenes Callcenter etablieren, um die Notfallaufnahmen der Kliniken von Patienten zu entlasten, die immer mehr tagsüber wegen banaler Beschwerden aufgesucht werden. „Wir wollen wissen, ob man mit dem Angebot eines ärztlich besetzten Callcenters Versicherte davon abhalten kann, das Krankenhaus aufzusuchen“, sagte der KV-Vorstandsvize Johannes Fechner in einem Interview mit der Ärztezeitung.

Bei „Doc Direkt“ – wie das Projekt heißt – sollen anrufende Patienten zunächst ihre Symptome beschreiben, anhand derer die Dringlichkeit abgeschätzt wird. Bei klaren Hinweisen auf einen Notfall – zum Beispiel neu aufgetretene Schmerzen im linken Brustkorb – würde der Betreffende sofort an die 112 weiterverbunden. Anderenfalls erhielte der Anrufer binnen 30 Minuten einen Rückruf von einem Arzt, der nochmals gezielt nachfragt und dem Patienten entsprechend seiner Beschwerden eine Empfehlung gibt. Hält der beratende Arzt danach einen Praxisbesuch am selben Tag für angezeigt, soll er dem Patienten mit Hilfe der Software sagen können, welche Praxis freie Termine hat. Als Zielmarke nannte Fechner eine Quote von zehn bis 15 Prozent der Anrufenden, die abschließend beraten oder in die ambulante Versorgung gelenkt werden können, so dass sie nicht in die Notaufnahme gehen. Vorrangige Zielgruppe seien jüngere Patienten von 25 bis 45 Jahren, die vor allem in Großstädten und Ballungsräumen leben, sowie Patienten ohne eigenen Hausarzt.

Die Service-Hotline soll mit Vertragsärzten besetzt und somit qualitätsgesichert arbeiten. Man habe sich auch deswegen gegen externe Anbieter entschieden, weil die Sozialdaten bei der KV sicher seien, und sie zudem weder Gewinnabsichten habe noch ein neues Geschäftsfeld eröffnen wolle. Die Honorare seien noch nicht abschließend verhandelt, sollen sich für den Tele-Arzt jedoch auf 20 bis 25 Euro pro Anruf belaufen. Der Kalkulation liegen Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten zugrunde, wonach Beratung und Dokumentation etwa 15 Minuten in Anspruch nehmen. Die niedergelassenen Ärzte, die am selben Tag die Patienten anschauen, sollen einen extrabudgetären Fallwertzuschlag von 20 Euro erhalten.

Rechtliche Voraussetzung für das Projekt war die Änderung der Berufsordnung  im Juli vergangenen Jahres, die nun Modellprojekte zur Fernbehandlung erlaubt. Das Projekt soll zunächst in den Regionen Stuttgart und Tuttlingen mit zehn Vertragsärzten starten. Aufbauend auf den dort gewonnenen Erfahrungen soll das Projekt auf ganz Baden-Württemberg ausgedehnt werden. Den Auftrag für die nötige IT hat die KV europaweit ausgeschrieben. (stp)

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