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31.03.2017 // Studienreform

Masterplan Medizinstudium 2020 beschlossen

Bund und Länder haben heute den lang angekündigten Masterplan Medizinstudium 2020 beschlossen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sagte bei seiner Vorstellung in Berlin, der Masterplan sei „ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Medizinstudium, das unsere Ärztinnen und Ärzte auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet und eine gute Patientenversorgung überall in Deutschland auch in Zukunft sicherstellt“. Zentrale Ziele der vorgeschlagenen 37 Einzelmaßnahmen sind ein stärkerer Praxisbezug während des Medizinstudiums und eine Stärkung der Allgemeinmedizin. Gerade mit Blick auf die gute Versorgung im ländlichen Raum sei dies von großer Bedeutung, so Gröhe. Zugleich werde die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten gestärkt.

Die Maßnahmen umfassen Veränderungen bei der Studienstruktur und den Ausbildungsinhalten. Die Lehre soll an der Vermittlung arztbezogener Fähigkeiten ausgerichtet sein, wobei ein besonderes Augenmerk auch auf dem Arzt-Patienten-Gespräch liegen soll. Auch der umstrittene ambulante Pflichtabschnitt im Praktischen Jahr gehört wie eine Prüfung des Fachs Allgemeinmedizin im Staatsexamen zum Maßnahmenpaket. Damit sollen „die angehenden Ärztinnen und Ärzte neben den bisher im Mittelpunkt der Ausbildung stehenden hochspezialisierten Fällen an den Universitätskliniken auch ganz alltägliche Erkrankungen in der ambulanten und stationären Praxis kennenlernen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums. Zudem sollen allgemeinmedizinische Inhalte „möglichst ab dem ersten Semester über das gesamte Studium hinweg vermittelt“ werden. Des Weiteren soll die Zulassung zum Medizinstudium „verstärkt auf die heutigen und zukünftigen Anforderungen an ärztliche Tätigkeiten ausgerichtet werden“. Konkret sollen soziale und kommunikative Kompetenzen sowie eine besondere Motivation für das Medizinstudium künftig stärker gewichtet werden.

Die von den Studierenden und auch vielen ärztlichen Organisationen und Verbänden abgelehnte sogenannte Landarztquote soll den Ländern hingegen freigestellt werden. Damit erhalten sie die Möglichkeit, Kontingente von Studienplätzen für Bewerber vorzuhalten, die sich verpflichten, nach ihrem Studium und ihrer Facharztweiterbildung in der Region als Hausarzt zu arbeiten.

Mit der Verabschiedung des Masterplans ist zugleich eine Expertenkommission eingesetzt worden, die die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen auf die Studienplatzsituation und die Kosten untersucht und innerhalb eines Jahres einen Vorschlag zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte erarbeiten soll.

Die Beschlussfassung war immer wieder verzögert worden, vor allem die ungeklärte Finanzierungsfrage war zuletzt ein Hindernis. Die Zustimmung zum Masterplan erfolgte nun im Umlaufverfahren – die vor allem von der Kultusministerkonferenz gestellte Forderung nach einer gesicherten Finanzierung der vereinbarten Maßnahmen ist damit aber weiter ungeklärt. So wies der Vertreter der Kultusministerkonferenz, Ulrich Steinbach bei der Vorstellung in Berlin erneut darauf hin, dass die vollständige Umsetzung des Masterplans nur möglich sei, wenn zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden. „Hier stehen auch der Bund und die für die ärztliche Versorgung zuständigen Träger in der Pflicht", so Steinbach

Weitere Informationen (mit Link zum Beschlusstext)

Pressemitteilung des Hartmannbundes

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