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Aktuelle Meldungen

31.05.2017 // Behandlungsfehler

MDK: Fehlerprävention systematisch weiterentwickeln

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hat angesichts der aktuellen Zahlen zur Begutachtung von Behandlungsfehlern eine systematische Weiterentwicklung der Fehlerprävention in Deutschland gefordert. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Sicherheitskultur sei dabei die Einführung einer Meldepflicht und eine intensivere Forschung zur Patientensicherheit.

Laut der aktuellen Begutachtungsstatistik hat der MDK im Jahre 2016 insgesamt 15.094 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt und erneut mehr als in den Vorjahren (siehe Grafik). Gesunken ist hingegen die Zahl der Fälle, in denen sich der Verdacht der Patienten bestätigte. Sie belief sich 2016 auf 3.564, im Jahr davor waren es waren es 4.046 und im Jahr 2014 3.796 bestätigte Fehler. „Leider bedeutet das jedoch nicht, dass sich das Risiko, einen Behandlungsfehler zu erleiden, generell verringert hätte“, erklärte Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes. Daten zu Behandlungsfehlern lägen in Deutschland nur punktuell vor, weshalb sich das Gefährdungsrisiko nicht beziffern lasse. „Jeder Fehler, aus dem heute nichts gelernt wird, kann sich jedoch morgen wiederholen und erneut vielleicht einen schweren Schaden verursachen.“ Zwei von drei Patienten wurden vorübergehend geschädigt, einer von drei Patienten dauerhaft.

In etwa der Hälfte der durch die Begutachtung bestätigten Fehler sind erforderliche medizinischen Maßnahmen nicht oder zu spät erfolgt. In 39 Prozent der Fälle ist eine notwendige Behandlung nicht korrekt durchgeführt worden. Bei den übrigen zehn Prozent  stellten die Gutachter fest, dass eine Therapie gewählt wurde, bei der von vornherein mehr Schaden als Nutzen zu erwarten war. (stp)

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