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07.06.2017 // Intersektorale Notfallversorgung

"Portalpraxisklinik" soll Vorteile von Klinik und Praxis kombinieren

In Wolgast hat Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe ein Projekt vorgestellt, das die Vorteile einer stationären Anbindung mit denen einer ambulanten Versorgung kombinieren soll. Konkret handelt es sich dabei um eine neue Einrichtung namens „Portalpraxisklinik“. Sie soll – unmittelbar an einer der beiden Zufahrten zur Insel Usedom gelegen – flexibel auf unterschiedliche Bedarfe reagieren können. Vor allem in Urlaubszeiten wird mit stärkerem Andrang gerechnet. Die Einrichtung hat kein Vorbild in der Regelversorgung. Ziel ist es, die Arbeit aller an der Versorgung Beteiligten eng miteinander zu verknüpfen und eine intersektorale Notfallversorgung zu ermöglichen.

So sollen Patienten mit chirurgischen Verletzungen regulär vom Krankenhaus in Wolgast aufgenommen werden, Patienten mit Erkrankungen hingegen, die ein ärztliches Eingreifen und eine kurze Beobachtungszeit brauchen, in der Portalpraxisklinik behandelt werden. Die Anschlussversorgung würde bei Bedarf durch niedergelassene Ärzte sichergestellt. Ein weiteres Projektziel ist die Erprobung weiterer Versorgungselemente. So sollen Kinderkrankenschwestern für die Notfallbehandlung und -einschätzung qualifiziert und Behandlungsprozesse telemedizinisch unterstützt werden.

Mit dem mit 1,66 Millionen Euro geförderten Modellprojekt reagiert das Gesundheitsministerium auch auf die Schließung der defizitären Abteilungen für Pädiatrie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Wolgast, die in der Bevölkerung zu Protesten führte. Glawe dankte daher bei der Vorstellung des Projekts ausdrücklich auch allen an der Entwicklung den neuen Modells Beteiligten: dem Krankenhaus Wolgast, der Universitätsmedizin Greifswald, den gesetzlichen Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung, den beteiligten Ärzten und Pflegern sowie der Bürgerinitiative, die sich konstruktiv in den Prozess eingebracht habe. Der Projektzeitraum beträgt drei Jahre, am Ende soll eine Bestandsaufnahme zeigen, ob sich dieses Versorgungsangebot bewährt hat. (stp)

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