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15.03.2016 // Germanwings-Absturz

Montgomery warnt vor Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat vor einer Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht und einer Stigmatisierung psychisch Kranker gewarnt. Hintergrund ist der Abschlussbericht der französischen Untersuchungsbehörde zum Absturz der Germanwings-Maschine über den französischen Alpen im April 2014 (PDF). Den Ermittlungen zufolge hatte der Copilot den Sinkflug der Maschine absichtlich herbeigeführt und die Geschwindigkeit vor dem Aufprall wieder erhöht. Der Copilot litt unter einer psychischen Erkrankung, die er jedoch gegenüber Arbeitgeber, Kollegen und Flugmedizinern verbergen konnte.

„Der Abschlussbericht zur Germanwings-Katastrophe führt uns vor Augen, dass in verschiedenen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Eine generelle Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht gehört aber sicher nicht dazu“, so Montgomery. „Für Befunde und für Informationen über laufende, fliegerisch relevante Behandlungen brauchen wir eine flugmedizinische Datenbank, auf die allerdings nur medizinische Experten des Luftfahrtbundesamtes Zugriff haben sollten, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen“, fordert der BÄK-Präsident. Diese könnten Konsequenzen ziehen, wenn begründete Zweifel an der Flugtauglichkeit bestehen. Wichtig sei zudem, dass bei auffälligen Befunden kürzere Untersuchungsintervalle gewählt würden und Piloten über eine obligatorische Berufsunfähigkeitsversicherung durch ihren Arbeitgeber verfügen müssen, damit sie nicht aus Angst um ihren Job Erkrankungen verheimlichen. (stp)

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