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23.05.2017 // Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags

Montgomery wendet sich gegen Bürgerversicherung und Ökonomisierung

v.l.n.r.: Dieter Salomon (Oberbürgermeister der Stadt Freiburg), Martina Wenker (Präsidentin der ÄK Niedersachsen), Hermann Gröhe (Bundesgesundheitsminister), Frank Ulrich Montgomery (BÄK-Präsident), Manfred Lucha (Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg) - Foto: Jürgen Gebhardt

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat in seiner Rede zur Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags in Freiburg die Pläne für eine Bürgerversicherung kritisiert und das deutsche Gesundheitswesen gegen den Vorwurf einer Zwei-Klassen-Medizin verteidigt. Es gehöre zu den besten der Welt und biete allen Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und sozialem Status einen direkten Zugang zu hochwertiger ärztlicher Versorgung. „Das sollten sich diejenigen vor Augen führen, die von Gerechtigkeitslücken sprechen und als vermeintlich gerechtere Alternative die Einheitskasse propagieren“, so Montgomery. Er warf den Befürwortern der Bürgerversicherung vor, den Gerechtigkeitsbegriff „allein wegen seines schönen Klangs“ zu missbrauchen. Käme sie, würde es sofort einen riesigen Markt für zusätzliche Gesundheitsleistungen und zusätzliche Versicherungen geben. Die Bürgerversicherung sei der „Turbolader einer echten Zwei-Klassen-Medizin“. „Sie bewirkt und fördert Ungerechtigkeit, statt ihr vorzubeugen“, so der BÄK-Präsident.

Ärzte nicht zu Erfüllungsgehilfen ökonomischer Optimierungsstrategien machen

Montgomery forderte von der künftigen Bundesregierung zudem ein klares Bekenntnis zur Stärkung der ärztlichen Freiberuflichkeit und wandte sich gegen ungeregelten Wettbewerb und Merkantilisierung im deutschen Gesundheitswesen. „Was für Betriebswirte effizient ist, muss es für Patienten noch lange nicht sein“, warnte Montgomery. Ärztinnen und Ärzte dürften nicht zu „Erfüllungsgehilfen ökonomischer Optimierungsstrategien“ gemacht werden. Für die Nachwuchsförderung seien auch attraktive Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte von Bedeutung.

Die 250 Delegierten des Deutschen Ärztetages beraten bis Freitag gesundheits-, berufs- und sozialpolitische Themen. Neben der Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung und der Gebührenordnung für Ärzte ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens ein Schwerpunkt der Beratungen. Der Vorsitzende des Hartmannbundes und BÄK-Vorstandsmitglied Klaus Reinhardt machte in einem Video-Statement deutlich, dass er auch in der Diskussion um die Direktinanspruchnahme von Klinikambulanzen und der Notfallorganisation eine sachliche Auseinandersetzung erwarte. (stp)

Weitere Informationen

120. Deutscher Ärztetag in Freiburg

Videobotschaft des Hartmannbund-Vorsitzenden, Dr. Klaus Reinhardt

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