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07.11.2016 // Referentenentwurf

Neue Approbationsordnung für Zahnärzte in Arbeit

Nach 60 Jahren soll es eine neue Approbationsordnung für Zahnärzte geben. Dazu hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) einen Referentenentwurf zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung vorgelegt. Die Reform soll das Zahnmedizinstudium neu strukturieren, Ausbildungsinhalte neu gewichten und den Unterricht fächerübergreifend und problemorientiert ausrichten. Auch sollen künftig Modellstudiengänge möglich sein und die wissenschaftliche Kompetenz der angehenden Zahnärzte bereits im Studium gestärkt werden.

Neue Inhalte sollen die Ausbildung in erster Hilfe, ein einmonatiger Krankenpflegedienst und eine zweimonatige Famulatur sein. Die verschiedenen Studienabschnitte nach dem 4., 6. und 10. Semester sollen jeweils mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang ist eine Angleichung des vorklinischen Teils an das Humanmedizinstudium vorgesehen, was auch eine Änderung der Approbation für Ärzte erforderlich macht. Der vorklinische Studienabschnitt soll damit dieselben Unterrichtsveranstaltungen beinhalten und mit einem Staatsexamen abschließen, das dem bisherigen Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung entspricht. Die künftige ärztlich-zahnärztlichen Prüfung soll gemeinsam für die Studiengänge Human- und Zahnmedizin an einem bundeseinheitlichen Termin stattfinden.

Ebenfalls bemerkenswert im Vergleich zur humanmedizinischen Ausbildung ist das Anliegen des BMG, die radiologische Ausbildung an die relevanten Regelungen der Röntgenverordnung und der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz anzubinden. Die Bescheinigung über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz würden Zahnärztinnen und Zahnärzte dann von den Landesprüfungsämtern zusammen mit ihrem Zeugnis über die Zahnärztliche Prüfung erteilt bekommen. In der ÄAppO fehlt eine vergleichbare Regelung. Der Hartmannbund hatte bereits vor einem Jahr angeregt, eine vergleichbare Regelung während des Humanmedizinstudiums im Praktischen Jahr vorzusehen.

Inhaltlich sollen mit der neuen zahnärztlichen Approbationsordnung auch die Grundlagen der präventiven und restaurativen Inhalte besser und frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen werden. Die zahntechnischen Lehrinhalte hingegen würden dem Refentenentwurf zufolge auf die Arbeitsweisen konzentriert, die Zahnärztinnen und -ärzte kennen und bewerten müssen. Damit soll die fachliche Weiterentwicklung der Zahnmedizin zu Prävention, Therapie und Erhaltung aller oralen Strukturen einschließlich der Entwicklung neuer Behandlungstechniken und -formen Eingang in die zahnmedizinische Ausbildung erhalten. (stp)

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