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31.10.2016 // Thesenpapier

„Ökonomisches Handeln ist ethisch geboten“

Ökonomisches Handeln in der Medizin – also die wirtschaftliche und effiziente Gestaltung des Gesundheitssystems – ist ethisch geboten, um die Ziele der Medizin und damit eine qualitativ hochwertige Versorgung bei begrenzten Ressourcen zu erreichen. Dies ist eine von acht Thesen zum Verhältnis von Medizin und Ökonomie im deutschen Gesundheitssystem, die die Wissenschaftlichen Kommissionen Gesundheit und Wissenschaftsethik der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgestellt und veröffentlicht haben. Somit diene die Ökonomie den Zielen der Medizin. Dieses grundlegende Verhältnis zwischen Medizin und Ökonomie dürfe jedoch nicht umgekehrt werden: „Wenn aber die Rahmenbedingungen so gesetzt sind, dass ökonomische Handlungsmaßstäbe medizinische Entscheidungen dominieren, werden die Grenzen ökonomischer Prinzipien im Gesundheitswesen überschritten“, heißt es in dem Papier. Die Medizin habe die Aufgabe, Krankheiten soweit möglich zu heilen, zu lindern und ihnen vorzubeugen. „Der Patient muss sich darauf verlassen können, dass Ärzte und das medizinische Fachpersonal nur entsprechend dieser Aufgabe handeln“, heißt es im Begleittext.

Die weiteren Thesen vertiefen diesen Grundgedanken. So mache mehr Geld ein System nicht automatisch leistungsfähiger. Vorhandene Überkapazitäten dürften nicht dazu führen, dass außermedizinische Überlegungen die Indikationsstellung beeinflussen. Wichtig sei, die Zahl der knapp 2.000 Kliniken in Deutschland zu verringern und nicht nur die Bettenzahl. In diesem Zusammenhang verweisen die Autoren auf die dänische Krankenhausstruktur, die das Resultat einer landesweit abgestimmten Reform war: Käme in Deutschland ebenfalls nur ein Krankenhaus auf 250.000 Einwohner, gäbe es bundesweit nur 330 Kliniken. Eine Weiterentwicklung des DRG-Systems reiche allein nicht aus, „um die ökonomischen Fehlentwicklungen zu beheben“. Die Gesundheitsversorgung brauche klare und verlässliche politische Rahmenbedingungen, innerhalb derer ein Qualitätswettbewerb stattfinden kann. (stp)

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