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06.03.2017 // Führt die „Feminisierung der Medizin“ zum Ärztemangel?

Radiologe fordert Männerquote und Psychotest fürs Medizinstudium

Der hohe Frauenanteil bei der Zulassung zum Medizinstudium sei ein entscheidendes Hindernis, um den akuten und zu erwartenden Ärztemangel zu beheben. Das sagt Jürgen Freyschmidt, pensionierter Professor der Medizinischen Hochschule Hannover, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der bis zu seiner Pensionierung am Klinikum Bremen-Mitte als Chefarzt tätige Radiologe führt als Begründung eine hohe Abbruchquote bei Frauen hin, deren Anteil an den Zulassungen zum Medizinstudium derzeit 65 Prozent betrage. Zudem übten auch „viele“ nach erfolgreichem Staatsexamen ihren Beruf nicht aus und wanderten in nichtärztliche Betätigungsfelder ab oder gründeten eine Familie. Von den Ärztinnen, die dann auch ärztlich tätig werden, arbeiteten „zahlreiche nur halbtags“, was besonders die Kliniken zu spüren bekämen.

Die Lösung des Problems sei – da eine Erhöhung der Studienplätze bislang nicht möglich war – die Einführung einer Männerquote zum Medizinstudium von 50 Prozent, so Freyschmidt. Derzeit sorge trotz der inzwischen schon differenzierten Auswahlverfahren der hohe Anteil an Frauen mit überdurchschnittlich guten Abitur – Freyschmidt selbst gibt den Anteil mit 70 Prozent an – dafür, dass auch mehr Frauen Medizin studieren als Männer. 70 bis 80 Prozent der Studienplätze würden an Frauen vergeben. Um ein „engagierter und passionierter Arzt“ zu sein, müsse man jedoch kein glänzendes Abitur haben. Medizin sei eine Erfahrungs- und weniger eine Naturwissenschaft, das Studium in erster Linie ein Lernstudium, das auch mit einer schlechteren Abiturnote als einer 1 zu meistern sei.

Zusätzlich zur Männerquote sollte daher auch ein psychologischer Eignungstest für den Arztberuf eingeführt werden – anstelle der Abiturnote.  Der von erfahrenen Ärzten und Psychologen zu erarbeitende und jährlich zu modifizierende Test sollte die Bewerber auf ihre Fähigkeit zu menschlicher Zuwendung, zu ihrer Lernbereitschaft und Fähigkeit zum Erlernen und Verstehen physiologischer und pathophysiologischer Abläufe und Zusammenhänge beinhalten.

Des Weiteren befürwortet Freyschmidt Sanktionen für „selbstverschuldete Studienabbrüche“. Bei Gesamtkosten für ein Medizinstudium von etwa 100.000 Euro böte sich eine „Pflicht zur Rückzahlung eines Teils der vertanen Studiumskosten“ an. (stp)

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